Lange galt Harry Kane als ewiger Torjäger ohne Krönung. Am Montagabend im Londoner Palladium hat sich das geändert: Der 33-jährige Stürmer des FC Bayern München wurde mit dem 70. Ballon d’Or ausgezeichnet. Auf den Plätzen landeten Kylian Mbappé von Real Madrid und Barcelonas Lamine Yamal. Bei den Frauen ging die Trophäe zum dritten Mal an Alexia Putellas.
Für den Engländer ist es ein historischer Abend in mehrfacher Hinsicht. Er ist erst der fünfte Engländer mit dieser Auszeichnung und der erste seit Michael Owen 2001. Aus Münchner Sicht schließt sich ebenfalls ein Kreis: Zuletzt hatte 1981 Karl-Heinz Rummenigge die Trophäe an die Säbener Straße geholt.
Den Ausschlag gaben Kanes Zahlen. In der Saison 2025/26 traf er für Bayern 61-mal in 51 Pflichtspielen, so oft wie noch kein Spieler des Klubs in einer Spielzeit. Zusammen mit der Nationalmannschaft kam er auf 73 Tore. In der Bundesliga holte er mit 36 Treffern die Torjägerkanone, dazu gewann er Meisterschaft und DFB-Pokal. Die ganz großen Titel fehlen ihm aber weiterhin: Sowohl in der Champions League als auch bei der WM war im Halbfinale Schluss; mit England holte er immerhin Platz drei.
Der Abend selbst verlief nicht ohne Pannen. Die offizielle Website hatte das Podium schon Stunden vorher versehentlich verraten, und wegen des dichten Verkehrs rund um den Veranstaltungsort begann die Gala mit Verspätung. Als Kane dann auf der Bühne stand, riefen die Zuschauer seinen Namen. Er dankte unter anderem Bayern, dem englischen Verband und seinem früheren Klub Tottenham sowie seiner Frau Kate.
An junge Spieler richtete er eine persönliche Botschaft: Sein Weg sei nicht geradlinig gewesen, er habe mehrere Leihen und viele Rückschläge erlebt. Die Wembley-Bögen leuchteten zu seinen Ehren in Gold.
