Sie hatten ihr Zuhause auf dem Meer gekauft, nun stehen sie mit Koffern an einem Pier in Südostasien. Die US-Firma Villa Vie Residences hat ihre Weltreise mit dem Schiff „Odyssey“ im kambodschanischen Hafen Sihanoukville abgebrochen. Am Dienstag mussten die Bewohner bis 14 Uhr von Bord gehen.

Das Konzept war ungewöhnlich: Statt Urlaub zu buchen, kauften oder mieteten die Passagiere Kabinen als festen Wohnsitz. Je nach Größe kosteten sie zwischen rund 130.000 und 440.000 Dollar, dazu kamen monatliche Gebühren von 2.000 bis 10.000 Dollar. Seit Herbst 2024 war das Schiff, das bis zu 650 Bewohner aufnehmen kann, unterwegs; geplant waren dreieinhalb Jahre über alle sieben Kontinente.

Als Grund nennt das Unternehmen aus Florida die Spritpreise. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar seien die Kosten um mehr als 300 Prozent gestiegen. Früher habe man pro Kabine im Monat etwa 1.800 Dollar für Treibstoff ausgegeben, in Teilen Asiens seien es inzwischen 6.000 bis 8.000 Dollar. Langsameres Fahren und längere Hafenaufenthalte hätten nicht gereicht.

Villa Vie übernimmt nach eigenen Angaben Unterkunft und Transport vor Ort, nicht aber die Heimreise aus Kambodscha, wie Gründer Mikael Petterson sagte. Binnen 60 Tagen will die Firma eine Umstrukturierung und neues Kapital finden; ein Erfolg sei „nicht garantiert“.

Ganz überraschend kam das Aus nicht. Eine frühere Mieterin berichtete, schon im September seien Kabinenbesitzer gebeten worden, eine Million Dollar aufzubringen, damit das Schiff die Halong-Bucht in Vietnam verlassen konnte. Eigentlich hätte die „Odyssey“ das Jahr in Indien beenden sollen.

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