Für Matthias Jaissle wird es ungemütlich. Der deutsche Trainer von Newcastle United musste am Montagabend mit ansehen, wie seine Mannschaft das Heimspiel gegen Everton mit 0:1 verlor – nur vier Tage nach dem 1:3 gegen denselben Gegner im Ligapokal. Die Zuschauer im St James’ Park pfiffen ihr Team zur Pause und nach dem Abpfiff aus.
Das einzige Tor fiel in der 49. Minute und war aus Sicht der Gastgeber ein Lehrstück in Unaufmerksamkeit. Kiernan Dewsbury-Hall führte einen Freistoß schnell aus, Tyrique George zog ab, und Torhüter Lukas Horníček ließ den Ball unter seinem Körper durchrutschen. Thierno Barry musste nur noch ins leere Tor schieben. Jaissle monierte hinterher, der Treffer hätte wegen eines Ellbogenstoßes von Barry gegen Fabian Schär nicht zählen dürfen.
Barry hatte zuvor selbst eine Großchance vergeben, auch Harrison Armstrong schoss kurz vor der Pause frei vorbei. Newcastle wirkte lange harmlos: Anthony Elanga traf in der 66. Minute den Pfosten, den ersten Schuss aufs Tor gab der eingewechselte Yoane Wissa erst in der 85. Minute ab, Jordan Pickford parierte wenig später mit dem Bein. In der Nachspielzeit sah Joker Jacob Ramsey binnen 86 Sekunden zweimal Gelb und fehlt nun am Samstag in Fulham.
Everton, das erneut ohne Jack Grealish antrat, feierte den ersten Auswärtssieg der Ligasaison und kletterte auf Rang sieben. „Sie geben alles, was sie haben“, lobte Trainer David Moyes seine junge Elf. Newcastle dagegen ist nur noch 13., hat vier der letzten fünf Pflichtspiele verloren und liegt lediglich vier Punkte über den Abstiegsrängen. Jaissle sprach von „großer Frustration“ und nahm die Verantwortung auf sich.
