Eigentlich sollten sich kommende Woche wieder Bankchefs, Fondsmanager und Minister in Riad die Klinke in die Hand geben. Daraus wird nichts. Die Future Investment Initiative, gern „Davos in der Wüste“ genannt, findet nicht wie geplant vom 26. bis 29. Oktober statt, sondern erst 2027. Ein neuer Termin soll bald folgen, bereits gekaufte Tickets und Partnerverträge behalten ihre Gültigkeit.

Offiziell begründet Maha Al Saud, Chefin des veranstaltenden FII-Instituts, den Schritt mit dem Anspruch an die zehnte Jubiläumsausgabe. Tatsächlich steht das Königreich unter Beschuss. Seit Wochen feuern die vom Iran unterstützten Huthi aus dem Jemen Raketen und Drohnen auf saudische Ziele. Beim Angriff auf den Flughafen der Hauptstadt am 10. Oktober kamen mehr als zwölf Menschen ums Leben – so viele wie bei keiner Attacke auf das Land seit über zehn Jahren. Seitdem ruht dort der Flugverkehr.

Die Folgen sind in Riad überall zu spüren. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP schicken mehrere Behörden ihre Angestellten ins Homeoffice, auch Firmen im Finanzviertel und im Hochhaus Kingdom Centre, wo der Internationale Währungsfonds ein Regionalbüro hat, lassen ihre Leute zu Hause arbeiten. Manche Gäste wollten Berichten zufolge sogar über Bahrain einfliegen und dann fünf Stunden mit dem Auto weiterreisen.

Für Kronprinz Mohammed bin Salman ist die Verschiebung ein Rückschlag. Auf der ersten Konferenz 2017 hatte er die Planstadt NEOM vorgestellt, seither dient das Treffen als Schaufenster für seinen Umbau der Ölwirtschaft. Auf der Rednerliste standen diesmal Größen wie JPMorgan-Chef Jamie Dimon und BlackRock-Gründer Larry Fink.

Ein Ende der Angriffe ist nicht absehbar. Am Montag reklamierten die Huthi neue Treffer auf Anlagen von Aramco in Yanbu, auf das Ölfeld Schaiba und auf die Flughäfen von Riad und Abha. Sie sprechen von Vergeltung für über 200 saudische Luftschläge binnen zwei Tagen. Ägypten hat Riad inzwischen Unterstützung bei der Verteidigung angeboten.

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