Ein Paket statt zwei, weniger Mehl, seltener eine warme Mahlzeit: Für Hunderttausende Familien im Gazastreifen wird der Winter noch härter. Das UN-Welternährungsprogramm WFP hat am Montag angekündigt, seine Hilfe dort um rund ein Drittel zu kürzen. Der Grund ist schlicht Geldmangel.

Bis September versorgte das WFP monatlich etwa 1,6 Millionen Menschen, im Oktober sind es nur noch 1,1 Millionen. Rund eine halbe Million Bedürftige fallen damit aus dem Programm. Wer weiter unterstützt wird, bekommt die Ration halbiert. Auch die Bargeldhilfe für 75.000 Familien schrumpft, und statt 250.000 werden täglich nur noch 150.000 warme Essen ausgegeben. In schwer zugänglichen Gebieten nahe der „gelben Linie“, hinter der das israelische Militär die Kontrolle hat, gibt es nur noch jeden zweiten Tag eine Mahlzeit.

Weiterlaufen sollen vorerst die Zuschüsse für Bäckereien, die etwa ein Drittel des Brotbedarfs decken, die Ernährungshilfe für 300.000 Frauen und Kinder sowie Pausensnacks für 200.000 Schüler.

Seit der Waffenruhe vom Oktober 2025 hat sich die Versorgungslage zwar gebessert – doch nach WFP-Einschätzung nur auf dünnem Eis. Etwa 1,4 Millionen Menschen, gut zwei Drittel der Bevölkerung, leiden weiterhin unter akuter Ernährungsunsicherheit, rund 200.000 befinden sich in einer Notlage. Mehr als 80 Prozent sind ohne Arbeit; frisches Gemüse oder Fleisch können sich viele selbst dann nicht leisten, wenn es auf den Märkten liegt.

Für seine Arbeit in den Palästinensergebieten hat das WFP in diesem Jahr weniger als die Hälfte der früheren Mittel erhalten. Bis März fehlen 450 Millionen Dollar, auch im Westjordanland wurde die Hilfe schon im September halbiert. Interims-Chef Carl Skau appelliert an die Geber, jetzt nicht wegzuschauen. Den Menschen stehe der vierte Winter bevor, viele hätten noch immer keine feste Unterkunft. Die israelische Behörde COGAT bestreitet dagegen, dass in Gaza akuter Nahrungsmangel herrscht.

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