London weitet seine Hilfe für Riad aus. Wie das britische Verteidigungsministerium am Dienstag mitteilte, werden Eurofighter Typhoon der Royal Air Force künftig über Saudi-Arabien patrouillieren. Ihr Auftrag: anfliegende Drohnen und Raketen der jemenitischen Huthi abfangen, bevor sie Städte oder Ölanlagen treffen. Angriffe auf Ziele im Jemen sind ausdrücklich ausgeschlossen. Wie viele Maschinen entsandt werden, blieb offen.
Zum Paket gehören außerdem ein Transportflugzeug vom Typ A400M für Material innerhalb des Königreichs sowie Militärberater für die saudischen Stäbe. Der Tankflugzeug-Einsatz, den Großbritannien im September zugesagt hatte, wird um 90 Tage verlängert.
Verteidigungsminister Wes Streeting nannte die Huthi-Angriffe „absolut verabscheuungswürdig“. Besonders der Beschuss des Flughafens von Riad zeige, wie weit die Miliz zur Eskalation bereit sei. Dort waren in diesem Monat 13 Menschen ums Leben gekommen. Seit Beginn der Huthi-Offensive im September starben in Saudi-Arabien 19 Menschen. Zuletzt kostete ein Raketenangriff auf ein Ausbildungslager der jemenitischen Regierungstruppen in der Provinz Schabwa Dutzende Rekruten das Leben.
Für Premierminister Andy Burnham ist es laut Guardian der bislang gewichtigste Militäreinsatz seiner Amtszeit. Die Regierung begründet ihn auch mit Folgen für die Briten selbst: Die Gewalt am Golf treibe Energiepreise und Lebenshaltungskosten in die Höhe. Kritiker fürchten dagegen, das Land werde zu eng an den unpopulären Krieg der USA und Israels gegen Iran gerückt.
Militärisch sind beide Länder seit Langem verflochten. Der Rüstungskonzern BAE Systems lieferte den Saudis 72 Typhoon-Jets, über 48 weitere wird seit Jahren verhandelt. Schon im Frühjahr und Sommer hatten britische Piloten von Zypern und Katar aus iranische Drohnen über der Golfregion abgeschossen. Wenige Tage vor der Ankündigung war Streeting zudem im Pentagon bei seinem US-Kollegen Pete Hegseth zu Gast, wo es unter anderem um die Antwort auf die Huthi-Eskalation ging.
