Nach Spanien hat das Sturmtief Adam nun auch Frankreich hart getroffen. Zwei Männer kamen in den Fluten ums Leben, einer auf Korsika, einer in der Provence. Dazu standen von Montpellier bis Marseille Straßen unter Wasser, Autobahnen wurden gesperrt.
Besonders tragisch ist der Fall aus Ghisonaccia an der Ostküste Korsikas. Ein 65-Jähriger war am Dienstag mit seinem Geländewagen auf der Straße nach Ghisoni unterwegs, als der Fluss Fium’orbu das Auto mitriss. Nach Berichten der Zeitung Corse-Matin hatte er kurz zuvor eine Frau mitgenommen, die am Straßenrand in Not war. Sie konnte sich in letzter Sekunde durch ein Fenster retten. Er selbst wurde trotz Wildwasserrettern und Hubschrauber erst in der Nacht gefunden, tot und unter seinem Wagen, mehrere hundert Meter flussabwärts. Die Justiz ermittelt.
Die Wassermengen waren enorm. Nördlich von Solenzara maß Météo-France seit Beginn der Lage fast 400 Millimeter, am Flughafen fielen nach Angaben des Wetterdienstes 191 Millimeter innerhalb einer Stunde.
Auf dem Festland starb ein 75-Jähriger, den das Wasser in Saint-Mitre-les-Remparts erfasst hatte. Man fand ihn im benachbarten Istres, rund 50 Kilometer westlich von Marseille. Dort mussten Bewohner in eine Sporthalle ausweichen. In Lunel im Département Hérault versanken Autos bis zu den Scheiben, etwa fünfzehn Menschen kamen in einer Notunterkunft unter.
In Nîmes war die A9 stundenlang dicht, Züge fielen aus. In Marseille ruhten am Dienstagmorgen die Straßenbahnen, Auffahrten zur Autobahn wurden gesperrt. Bis Mittag ließ der Regen nach. Adam hatte zuvor in Ostspanien mindestens vier Menschen das Leben gekostet. Meteorologen warnen, dass das ungewöhnlich warme Mittelmeer solche Starkregenlagen im Herbst begünstigt. Die Aufräumarbeiten in den betroffenen Gemeinden dürften Tage dauern.
