In der Industriestadt Toledo im US-Bundesstaat Ohio hat ein beschädigter Tank eine ganze Nacht lang Chemikaliendämpfe freigesetzt. Rund 1000 Anwohner mussten am späten Dienstagabend ihre Wohnungen verlassen, Zehntausende weitere sollten am Mittwochmorgen Fenster und Türen geschlossen halten.

Betroffen ist ein Umschlagplatz der Firma MC Tank Transport im Norden der Stadt. Aus einem Container mit etwa 5500 Gallonen, rund 20.000 Litern, trat Glycidylmethacrylat aus, ein Stoff, der in Beschichtungen verwendet wird. Ein Mitarbeiter alarmierte gegen 22 Uhr Ortszeit den Notruf. Die Feuerwehr ließ daraufhin alles im Umkreis von einer Meile räumen, gegen halb fünf Uhr morgens folgte eine Schutzanordnung für einen Radius von drei Meilen.

Versuche, das Leck abzudichten, scheiterten. Weil im Tank eine chemische Reaktion ablief, entschied die Stadt nach Angaben der US-Umweltbehörde EPA, diese kontrolliert zu Ende laufen zu lassen. Eine Explosion habe es nicht gegeben, stellte die Verwaltung klar. Dichter Nebel bei kaum Wind erschwerte die Lage, denn man konnte nicht erkennen, wo natürlicher Dunst endete und die Chemikalie begann.

Anwohner berichteten von brennenden Augen, Kopfschmerzen, Husten und einem Geruch nach Plastik. Gesundheitsamtsleiter Karim Baroudi sprach von einem Stoff, der langfristig als krebserregend gilt, sah aber „keine unmittelbare Gefahr“. Wer gereizt sei, solle duschen. Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt. Das Leitungswasser ist laut Stadt nicht betroffen.

Am Mittwochnachmittag gab es Entwarnung für weite Teile der Stadt: Die Schutzanordnung wurde aufgehoben, die Sperrzone auf eine halbe Meile verkleinert. Die EPA misst weiter an mehreren Punkten die Luft und will ein mobiles Labor schicken. Bürgermeister Wade Kapszukiewicz meinte, in einer Stadt mit Industriegeschichte komme so etwas eben vor.

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