Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Regierung an mehreren Schlüsselstellen neu besetzt. Am Donnerstag unterzeichnete er die Dekrete für fünf Personalien, die die Staatsduma tags zuvor gebilligt hatte. Die Ernennungen traten mit der Unterschrift in Kraft. Unterm Strich wächst die Zahl der stellvertretenden Ministerpräsidenten auf elf.
Der wichtigste Wechsel betrifft die Schaltzentrale des Kabinetts. Dmitri Grigorenko gibt seinen Posten als Vizepremier und Leiter des Regierungsapparats ab; die Sberbank prüft, ihn zum stellvertretenden Vorstandschef zu machen. Seine Nachfolge tritt Irina Okladnikowa an, die zuvor Erste Vize-Finanzministerin war.
Neu geschaffen wurde das Amt eines Vizepremiers, der zugleich das Finanzressort führt. Es übernimmt Anton Siluanow, der seit Jahren als Finanzminister über Russlands Staatshaushalt wacht und nun formell aufgewertet wird. Auch der bisherige Verkehrsminister Andrei Nikitin rückt in den Rang eines Vizeregierungschefs auf. Sein altes Ministerium leitet künftig Dmitri Jadrow, bislang Chef der Luftfahrtbehörde Rosawiazija.
Im Fernen Osten gibt es ebenfalls einen Wechsel. Juri Trutnew, lange Zeit Vizepremier und zugleich Putins Bevollmächtigter für die Region, wird von beiden Aufgaben entbunden und wechselt als Berater in den Kreml. Seinen Doppelposten übernimmt Oleg Koschemjako, der bisher als Gouverneur die Pazifikregion Primorje regierte.
Große Kursänderungen lassen sich aus den Namen nicht ablesen: Die meisten Neuen kommen aus dem bestehenden Apparat und steigen innerhalb des Systems auf. Auffällig ist vor allem die Stärkung von Finanz- und Verkehrsressort sowie die Neubesetzung im Fernen Osten, einer Region, der der Kreml seit Jahren strategische Bedeutung beimisst. Nach Angaben des Regierungspressedienstes sollte das umgebildete Kabinett noch am Donnerstag zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen.
