Ausgerechnet mit einer zusammengewürfelten Mannschaft hat Borussia Mönchengladbach den Negativrekord abgewendet. Das Tabellenschlusslicht, bis dahin ohne einen einzigen Punkt, siegte am Freitagabend in Stuttgart knapp mit drei zu zwei Toren. Wäre auch das siebte Spiel verloren gegangen, hätte kein Klub in der Geschichte der Liga je schwächer begonnen. Für Alexander Blessin, der die Borussia erst vor Kurzem übernommen hat, war es der erste Erfolg als Gladbach-Trainer, und das in seiner Geburtsstadt.

Die Ausgangslage war denkbar schlecht. Rund ein Dutzend Spieler fehlten, Blessin füllte den Kader mit Talenten aus der Regionalliga auf. Und es begann wie befürchtet: Nach fünf Minuten traf Ermedin Demirović aus der Distanz, Torhüter Moritz Nicolas bekam die Hand noch an den Ball, konnte ihn aber nicht halten. Stuttgart hatte danach weitere gute Gelegenheiten, ließ sie aber liegen.

Dann kippte das Spiel. Sieben Minuten vor der Pause stellte Joe Scally mit einem frechen Hackentor auf 1:1, kurz vor der Pause traf der erst 17-jährige Wael Mohya die Latte. Nach dem Wechsel spielte Gladbach wie befreit: Mohya ließ an der Seitenlinie zwei Gegner stehen und bediente Shuto Machino, der zum 2:1 in den Winkel traf. Gut eine Viertelstunde später folgte das 3:1: Nach wildem Gestocher am Pfosten nickte Mohya den Ball selbst über die Linie. Demirovićs zweiter Treffer kurz vor Schluss reichte den Gastgebern nicht mehr.

Blessin lobte hinterher vor allem den Einsatz seiner Mannschaft, die alles gegeben habe. VfB-Coach Sebastian Hoeneß, der nach dem 1:1 gegen Atlético Madrid in der Champions League sechsmal rotiert hatte, fand deutliche Worte: Eine halbe Stunde ordentlicher Fußball reiche in dieser Liga eben nicht. Stuttgart bleibt bei sechs Punkten und rutscht näher an die gefährliche Zone. Gladbach empfängt am Dienstag im Pokal den Karlsruher SC, ehe am Samstag das Kellerduell gegen Paderborn ansteht.

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