In einem Hotel direkt am Bosporus hat sich am Freitag eine ungewöhnliche Runde getroffen: die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Italiens zusammen mit ihren Kollegen aus der Türkei, Saudi-Arabien, Pakistan und Ägypten. Angestoßen hatten das Format Bundesaußenminister Johann Wadephul und sein türkischer Amtskollege Hakan Fidan. Die Botschaft am Ende war deutlich: keine weiteren Militärschläge gegen Iran.

Fidan sagte nach den Gesprächen, keines der acht Länder befürworte derzeit eine neue Intervention. Ein erneuter Angriff würde den Krieg in der Region nur weiter ausbreiten. Zugleich müsse die Straße von Hormus wieder geöffnet werden, und die Attacken auf Saudi-Arabien müssten aufhören. Frankreichs Chefdiplomat Jean-Noël Barrot formulierte es knapper: Eine neue Eskalation kenne „nur Verlierer“ und würde die Energiepreise in die Höhe treiben.

Der Hintergrund ist angespannt. Washington hält eine Seeblockade iranischer Häfen aufrecht, Teheran attackiert Schiffe, die ohne Erlaubnis durch die Meerenge fahren. Der US-Botschafter in Ankara, Tom Barrack, schloss am selben Tag einen amerikanischen Schlag schon an diesem Wochenende nicht aus. Präsident Trump hatte dagegen Anfang des Monats angedeutet, vor den Zwischenwahlen am 3. November nicht erneut anzugreifen.

Die vier Regionalmächte veröffentlichten zusätzlich eine eigene Erklärung. Darin verurteilen sie die Angriffe der Huthi-Miliz aus dem Jemen auf Saudi-Arabien und auf die Handelsschifffahrt im Roten Meer, fordern ein Ende der Gewalt in den palästinensischen Gebieten und stellen sich hinter die Vermittlungsbemühungen Pakistans zwischen Washington und Teheran.

Wadephul hatte vor der Abreise betont, Probleme wie Hormus, die Huthi-Angriffe und russische Attacken auf Getreidefrachter im Schwarzen Meer ließen sich nur jenseits eingespielter Formate lösen. Ob die Runde Gewicht bekommt, wird sich zeigen. Vereinbart ist immerhin, sich künftig regelmäßig zu treffen.

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