Der griechische Basketball steckt in der tiefsten Krise seit Jahren. Vangelis Liolios, Präsident des nationalen Verbands EOK, hat am Sonntag erklärt, sein Amt ruhen zu lassen, bis das Strafverfahren gegen ihn abgeschlossen ist. Er trete beiseite, damit der Sport weiter funktionieren könne, sagte er beim Gang zur Untersuchungsrichterin in Athen.
Hintergrund ist ein Ermittlungskomplex, der in Griechenland bereits „Basketgate“ heißt. Die Justiz prüft 49 Partien aus den Jahren 2016 bis 2026 – von der ersten Liga über untere Spielklassen bis hin zu Jugend- und Schulmeisterschaften. Der Vorwurf: Schiedsrichter, Spieler und Funktionäre sollen mit Geld oder anderen Vorteilen dazu gebracht worden sein, Spielverläufe oder Ergebnisse zu beeinflussen. Ein Teil dieser Spiele soll auf Wettmärkten im In- und Ausland angeboten worden sein.
Liolios und sein enger Vertrauter Giorgos Mavraganis, der kein offizielles Amt im Verband bekleidet, mussten sich am Sonntag verantworten. Beide bestreiten alles. Ihr Anwalt hält die Beweislage für dünn und kritisiert, dass nur ausgewählte Chatnachrichten an die Öffentlichkeit gelangt seien. Nach den Aussagen entscheiden Richterin und Staatsanwaltschaft, ob Untersuchungshaft angeordnet wird.
Ein ehemaliger Schiedsrichter sitzt bereits: Bei Petros Papapetrou fanden Ermittler rund 820.000 Euro Bargeld. Er erklärt die Summe mit Ersparnissen aus 25 Jahren, unter anderem aus seinem Job bei der Forstverwaltung; seine Verteidigung legt Rechtsmittel ein. Am Montag sollen weitere Unparteiische aussagen.
Zusätzlich durchleuchtet die griechische Geldwäschebehörde die Vermögen der Beschuldigten und weitet ihre Prüfungen auf andere Profisportarten aus, vor allem auf den Fußball. Der Verbandsvorstand tagt inzwischen zweimal täglich, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.
