Zum 34. Mal hat die UN-Generalversammlung die Vereinigten Staaten aufgefordert, ihre Wirtschaftsblockade gegen Kuba zu beenden. Doch das Ergebnis vom Mittwoch in New York fällt deutlich anders aus als gewohnt: 130 Staaten stimmten für die Resolution, 17 dagegen, 25 enthielten sich. Ein Jahr zuvor hatte es noch 165 Ja-Stimmen bei nur sieben Gegenstimmen gegeben. So wenig Rückhalt fand der jährliche Text seit rund zwanzig Jahren nicht mehr.

Hinter dem Rückgang steckt eine gezielte Kampagne der US-Diplomatie. Mehrere westliche Länder, darunter Deutschland und Italien, wählten erstmals seit langer Zeit die Enthaltung, auch Südkorea rückte von der bisherigen Linie ab. UN-Botschafter Mike Waltz zeigte sich zufrieden und sprach davon, dass sich die Zahl der umgeschwenkten Länder verdreifacht habe. Eine Blockade gebe es gar nicht, argumentierte er und verwies auf amerikanische Exporte im Wert von über 876 Millionen Dollar in den ersten acht Monaten des Jahres.

Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla hielt mit einer eingeblendeten Zahl dagegen: Allein seit Beginn der Debatte am Dienstag habe die Blockade sein Land mehr als 22,9 Millionen Dollar gekostet. Er machte die Sanktionen für ein ausgezehrtes Gesundheitswesen verantwortlich, für verschobene Operationen und fehlende Krebsmedikamente. Kuba wolle schlicht „in Ruhe gelassen werden“.

Wie gereizt die Stimmung ist, zeigte sich schon vor der Abstimmung. Im Plenarsaal kam es am Dienstag zu Gerangel zwischen Diplomaten beider Länder. Washington wirft einem Ersten Sekretär der kubanischen Mission vor, einen US-Diplomaten angegriffen zu haben, und wies ihn aus. Havanna beschwerte sich seinerseits bei Generalsekretär António Guterres.

Praktische Folgen hat das Votum nicht, denn aufheben kann das Embargo nur der US-Kongress. Auf der Insel selbst verschärft sich die Lage unterdessen: Seit dem Treibstoffembargo infolge der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar dauern Stromausfälle oft tagelang, auch in Havanna fehlen Benzin, Lebensmittel und Wasser.

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