Es ist nur ein winziger Ausschlag nach oben, aber in Japan wird er aufmerksam registriert. Zwischen Januar und Juni 2026 brachten Japanerinnen im Inland 320.458 Kinder zur Welt. Das sind 0,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie Zahlen des Gesundheitsministeriums zeigen, über die am Mittwoch die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Ein Anstieg im ersten Halbjahr ist damit erstmals seit elf Jahren zu verzeichnen.
Zählt man die Neugeborenen mit ausländischer Staatsangehörigkeit hinzu, ergibt sich laut vorläufiger Statistik eine Zahl von 342.068 Geburten, ein Zuwachs um 0,8 Prozent. Fachleute führen das Plus vor allem darauf zurück, dass 2024 und 2025 wieder mehr Paare geheiratet haben. In Japan werden nur wenige Kinder außerhalb einer Ehe geboren, die Zahl der Hochzeiten gilt deshalb als wichtiger Vorbote.
Von einer Trendwende mag dennoch kaum jemand sprechen. Für das Gesamtjahr wird ein Ergebnis in der Nähe von 2025 erwartet, als mit rund 671.000 Babys japanischer Eltern der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1899 erreicht wurde. Die Geburtenziffer sank auf 1,14 Kinder pro Frau. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt 1973 kamen noch 2,09 Millionen Kinder zur Welt.
Wie rasch das Land schrumpft, zeigt ein anderer Wert aus dem Halbjahr. Den Geburten standen 778.982 Todesfälle gegenüber, ein Minus von fast 437.000 Menschen in sechs Monaten. Fast 30 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen 65 Jahre oder älter, was Rentenkassen, Pflege und Arbeitsmarkt gleichermaßen unter Druck setzt.
Die Regierung in Tokio hat Kindergeld und Leistungen für Elternzeit ausgebaut und spricht von einer „letzten Chance“ bis Anfang der 2030er-Jahre. Das staatliche Bevölkerungsinstitut hatte 2023 vorausgesagt, dass die Geburten erst um 2040 unter 680.000 fallen würden. Diese Marke ist längst unterschritten.
