Der Internationale Sportgerichtshof hatte Russland die Tür zum Welteishockey gerade erst wieder geöffnet, da schlägt Kanada sie zu. Premierminister Mark Carney erklärte am Dienstag am Rande des Commonwealth-Gipfels auf Antigua, russische Spieler würden bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Alberta fehlen. Solange Russland mit Unterstützung von Belarus Krieg gegen die Ukraine führe, werde kein Sportler dieser Länder in Kanada für sein Land antreten.

Rechtlich stützt sich Ottawa auf das Einwanderungsgesetz. Athleten und Funktionären aus Russland und Belarus, die unter Flagge und Hymne ihres Landes auftreten wollen, soll die Einreise verweigert werden. Die Maßnahme richte sich nicht gegen die Menschen, sondern gegen staatliche Propaganda, heißt es in einer Erklärung der Regierung. Wer als neutraler Sportler startet, kann nach Einzelprüfung weiterhin kommen.

Hintergrund ist eine Entscheidung des CAS vom 30. Oktober. Die Richter hoben den Ausschluss auf, der seit dem russischen Überfall 2022 galt, und verlangten die Rückkehr Russlands ausgerechnet ab dem Juniorenturnier. Moskaus Sportminister Michail Degtjarjow nannte das Urteil endgültig. Der Weltverband IIHF zeigte sich enttäuscht, will es aber umsetzen.

Die Junioren-WM beginnt am 26. Dezember in Edmonton und Red Deer und endet am 5. Januar. Gemeldet sind zehn Teams, darunter Deutschland und Titelverteidiger Schweden. Die Verbände aus Schweden, Finnland, Tschechien und Lettland hatten bereits angekündigt, nicht gegen Russland spielen zu wollen. In Norwegen fürchtet man, für einen russischen Platz aus dem Feld gestrichen zu werden.

Hockey Canada begrüßte die Linie der Regierung, der Vorstand berät in dieser Woche über das weitere Vorgehen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hatte zuvor genau diesen Schritt gefordert: Gastgeber sollten russischen Spielern schlicht keine Visa erteilen. Die Provinzregierung von Alberta will nun abwarten, wie die IIHF reagiert.

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