Wer am Wochenende verstehen wollte, was Washington mit Teheran vorhat, brauchte gute Nerven. Innerhalb von drei Tagen kündigte Donald Trump einen möglichen neuen Militärschlag an, stellte zugleich ein großes Abkommen in Aussicht und gab am Sonntag schließlich Entwarnung – zumindest für diesen einen Tag.

Auf dem Weg zu einem Wahlkampfauftritt in Michigan fragten Reporter den US-Präsidenten, ob die Angriffe noch am Sonntag wieder aufgenommen würden. Trump stellte zunächst die Gegenfrage, ob er das denn verraten würde, und schob dann nach: „Die Antwort ist nein, heute wird es keinen Angriff geben.“ Am Vortag hatte er noch gesagt, man denke darüber nach, „vielleicht morgen“. Ebenso gut sei aber eine „schöne große“ Vereinbarung möglich. Ziel sei, Iran dauerhaft von einer Atombombe fernzuhalten.

Bei einer Kundgebung am Freitag hatte Trump bereits mit „noch einem kleinen Epic Fury“ kokettiert – so hieß der amerikanisch-israelische Feldzug, der am 28. Februar begann und bei dem Revolutionsführer Ali Chamenei getötet wurde. Im Sender Fox News spitzte er die Lage auf eine einzige Frage zu: Einigung oder Iran „erledigen“. Die Straße von Hormus, behauptete er, kontrollierten inzwischen die USA.

Teheran reagierte mit demonstrativer Gelassenheit und harten Worten. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, an Irans Politik ändere sich nichts, ob es nun Krieg gebe oder nicht; die Region brauche den vollständigen Abzug ausländischer Truppen. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf drohte jeder Verletzung iranischen Territoriums eine Antwort „jenseits der Vorstellungskraft des Feindes“ an. Die Armee meldete zudem, über der Hafenstadt Bandar Abbas eine US-Drohne abgeschossen zu haben; unabhängig bestätigt wurde das nicht.

Hintergrund ist eine Kette gescheiterter Anläufe: Eine Waffenruhe vom 8. April beendete die schwersten Kämpfe, eine im Juni vereinbarte Absichtserklärung über einen dauerhaften Frieden zerfiel später wieder. Seither belauern sich beide Seiten im Golf, und Vermittler versuchen, sie an den Verhandlungstisch zurückzuholen.

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