Es war ein Besuch, der vor wenigen Monaten noch kaum denkbar gewesen wäre. Am Montag empfing die iranische Führung in Teheran gleich drei Schwergewichte aus der Region: den saudischen Verteidigungsminister Prinz Chalid bin Salman, Pakistans Armeechef Feldmarschall Asim Munir und den türkischen Geheimdienstchef İbrahim Kalın. Gastgeber war Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats. Auch Präsident Massud Peseschkian und Außenminister Abbas Araghtschi nahmen an Gesprächen teil.
Die drei Gastländer bilden seit August ein Verteidigungsbündnis, das nach der heiligen Stadt Mekka benannt ist: Ein Angriff auf einen Partner gilt als Angriff auf alle. Seit Wochen steht Saudi-Arabien unter Beschuss der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz aus dem Jemen, und in Washington wie in Jerusalem werden die Drohungen gegen Teheran vor den anstehenden Wahlen schärfer. Riad erklärte, man wolle Kanäle öffnen, um eine Rückkehr der militärischen Eskalation zu verhindern.
Greifbar ist das Ergebnis bislang nur in einem Satz: Die vier Staaten wollen ihren Dialog über Sicherheit und Zusammenarbeit fortsetzen. Wann und wo die nächste Runde stattfindet, blieb offen. Rezaei sprach von einer „neuen und positiven Atmosphäre“ und deutete den Besuch als Beleg, dass amerikanische Drohungen wenig Wirkung zeigten.
Aus pakistanischen Sicherheitskreisen hieß es, auf der Tagesordnung hätten auch die Straße von Hormus, die US-Blockade iranischer Häfen und mögliche Gespräche zwischen Teheran und Washington gestanden. Munir soll – mit Rückendeckung von Präsident Trump – einen Lösungsvorschlag präsentiert haben, für den die Bündnisstaaten und Katar als Garanten auftreten könnten. Details wurden nicht bekannt.
Pakistan und Katar vermitteln seit Längerem in dem Konflikt. Ob der Vorstoß aus der Region trägt, dürfte sich schon in den kommenden Tagen zeigen: Iran selbst ließ am Dienstag wissen, es halte die Vereinigten Staaten nicht für ernsthaft an Verhandlungen interessiert.
