Die Milwaukee Brewers sind nur noch einen Sieg von der ersten Meisterschaft ihrer Vereinsgeschichte entfernt. Im dritten Spiel der World Series gewannen sie am Montagabend bei den Tampa Bay Rays mit 10:1 und führen in der Best-of-Seven-Serie nun 3:0. Noch nie hat ein Team in einer World Series einen solchen Rückstand aufgeholt.

Entschieden wurde die Partie im fünften Inning – und zwar auf eine Art, die es in 122 Jahren Endspielgeschichte nicht gegeben hatte. Beim Stand von 2:0 sah es zunächst nach dem dritten Aus aus, doch die Brewers forderten den Videobeweis an, und der Schiedsrichterentscheid an der zweiten Base wurde gekippt. Statt Seitenwechsel waren die Bases voll. Was folgte, war ein Sturmlauf: Acht Spieler in Serie erreichten die Base, acht Runs fielen, alle mit zwei Aus. Rays-Starter Freddy Peralta, früher selbst Brewer, beendete das Inning nicht mehr.

Auf dem Wurfhügel glänzte Rookie Robert Gasser, der in sechs Innings nur einen einzigen Hit zuließ. Am Schlag ragte Jackson Chourio mit vier Hits heraus, insgesamt kamen die Gäste auf 16 Hits gegenüber drei der Rays – ganz ohne Homerun. Cash, der Manager der Rays, nannte den Abend offen „deprimierend“.

Bemerkenswert war auch die Kulisse im umgebauten Tropicana Field: Gefühlt die Hälfte der Halle drückte Milwaukee die Daumen. Manager Pat Murphy sprach von einer unglaublichen Unterstützung.

Die Brewers haben acht Playoff-Spiele in Folge gewonnen. Gelingt der nächste Erfolg, wären sie nach den Cincinnati Reds von 1976 erst das zweite Team, das Liga-Finale und World Series jeweils ohne Niederlage durchsteht.

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