Ein Raubsaurier, den man lange für einen halbwüchsigen Tyrannosaurus rex hielt, hat in New York einen Preis erzielt, der die Fachwelt staunen lässt. Das Auktionshaus Sotheby’s versteigerte am Dienstag das montierte Skelett eines Nanotyrannus mit dem Spitznamen „Jodi“ für 47,3 Millionen Dollar, umgerechnet rund 42,6 Millionen Euro. Erwartet worden war nur ein Bruchteil davon.
Sechs Interessenten lieferten sich rund zwölf Minuten lang ein Bietgefecht, am Ende siegte ein unbekannter Käufer. Teurer war bislang nur „Gus“, ein T. rex, den dasselbe Haus im Juli für 50,1 Millionen Dollar verkauft hatte. Auf Platz drei rutscht damit der Stegosaurus „Apex“.
Gefunden wurde das Tier in der Hell-Creek-Formation in Montana, auf dem Land der Farmerin Jodi Pierson, nach der es benannt ist. Das Skelett ist knapp drei Meter hoch, fast sechs Meter lang und laut Sotheby’s eines von nur drei bekannten Exemplaren seiner Gattung. Erst vor einem Jahr hatten Forschende anhand des berühmten Fossils „Duelling Dinosaurs“ belegt, dass Nanotyrannus eine eigene Gattung ist und kein junger T. rex. Beide lebten vor etwa 67 Millionen Jahren zur selben Zeit; Nanotyrannus war schlanker, hatte längere Arme und klingenartige Zähne.
Unter Paläontologen ist der Verkauf umstritten. Steve Brusatte von der Universität Edinburgh nannte es „erschütternd“, dass ein so wichtiges Stück in einem Privattresor verschwinden könnte, statt Kinder und Familien im Museum zu begeistern. Megan Jacobs von der Universität Portsmouth sieht es gelassener: Die Bergung koste viel Geld, und viele solcher Fossilien landeten früher oder später doch in einem Museum.
