Am Donnerstagmorgen geriet der europäische Luftverkehr erneut durcheinander. Mehrere Linienmaschinen meldeten Bombendrohungen, manche steuerten Ausweichflughäfen an, andere landeten unter Begleitung von Kampfflugzeugen an ihrem Ziel. Betroffen waren Verbindungen in Frankreich, Italien, Belgien, Tschechien, Österreich und Bulgarien – und das nur zwei Tage, nachdem ähnliche Alarme bereits sieben bis acht Maschinen lahmgelegt hatten. Für Fluggäste bedeutete das verpasste Anschlüsse, Stunden im Bus oder improvisierte Hotelübernachtungen.
Als erstes wurde ein Aer-Lingus-Flug von Dublin nach Rom bekannt. Die A320 wich in Richtung der Militärbasis Évreux westlich von Paris aus. Das Büro von Premierminister Sébastien Lecornu sprach von einer laufenden Lagebeobachtung; die Luftwaffe hatte Begleitflugzeuge gestartet. Die Airline bestätigte später, Flug EI402 sei „als Sicherheitsmaßnahme nach der Normandie umgeleitet“ worden und sicher gelandet. Passagiere sollten möglichst rasch weiterbefördert werden.
Finnair meldete Drohungen gegen zwei Maschinen: eine Verbindung Helsinki–Rom setzte die Landung in Fiumicino unter Militärbegleitung fort, eine weitere nach Wien erreichte den Planflughafen ebenfalls. Ein Wizz-Air-Flug von Mailand nach Warschau machte in Wien Zwischenstopp. LOT aus Warschau landete wie vorgesehen in Brüssel; die Besatzung fand laut Airline nichts Verdächtiges. In Bulgarien mussten drei Ryanair-Maschinen Notmaßnahmen ergreifen – aus Kopenhagen und Madrid erreichten zwei Sofia, eine dritte aus London Stansted ging in Plovdiv nieder. Tschechische Polizei bereitete Prag auf vier Anflüge mit Meldungen über improvisierte Sprengsätze vor und stufte die Glaubwürdigkeit der Drohungen als gering ein, ohne die Kontrollen zu lockern.
Bei den Vorfällen vom Dienstag waren nach Behördenangaben keine Sprengstoffe gefunden worden; die britische Regierung sprach damals von „böswilligen Hoax-Drohungen“. Auch am Donnerstag lagen zunächst keine Hinweise auf echte Gefahrenstoffe vor. Dennoch binden die Alarme Einsatzkräfte und bringen Tausende Reisende aus dem Takt – ein Muster, das Sicherheitsexperten zunehmend als gezielte Störmanöver betrachten, weil schon anonyme Tipps genügen, um ganze Flugpläne zu kippen.
