Im strategisch wichtigsten Ölkorridor der Welt meldet Teheran neue Brandfälle. Die Revolutionsgarden erklärten am Donnerstag, in der Nacht seien zwei Tanker und ein Schlepper in der Straße von Hormus in Brand geraten – nachdem sie nach iranischer Darstellung unerlaubte Routen genutzt hätten. Unabhängige Bestätigungen von Reedern oder internationalen Schifffahrtsbehörden lagen zunächst nicht vor. Solche Meldungen allein reichen oft schon, um Notierungen und Prämien zu bewegen.

Laut einer Mitteilung der IRGC-Öffentlichkeitsarbeit lief ein großer Tanker im Süden der Meerenge auf eine Mine, fing Feuer und blieb liegen. Ein zweiter Supertanker geriet demnach beim Verlassen einer östlichen Passage in ein großes Feuer; ein Schlepper, der zur Brandbekämpfung herankam, soll ebenfalls in Flammen aufgegangen sein. Namen, Flaggen oder Angaben zu Verletzten nannte die IRGC nicht. Parallel behauptete sie, die elektronische Kriegsführungseinheit der Marine habe zwei „Lucas“-Drohnen zur Landung gezwungen und als Beute gesichert.

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean und transportiert schätzungsweise rund ein Fünftel der weltweit gehandelten Rohölmengen. Schon geringe Störungen treiben Versicherungsprämien und Frachtraten. Iran hat in den vergangenen Wochen Einschränkungen für Schiffe verkündet und Fahrten auf Routen, die Teheran als unzulässig einstuft, als Verstöße geahndet. In der Mitteilung warf die IRGC Washington vor, Schiffe zu riskanten Passagen zu ermuntern und so hohe Versicherungskosten auf Verbündete abzuwälzen; zugleich verknüpfte sie die Vorfälle mit den US-Zwischenwahlen und eingefrorenen iranischen Guthaben.

Solange Reedereien und Küstenwachstellen schweigen, bleibt unklar, wie schwer die Schäden wirklich sind. Klar ist nur: Jede Meldung über Minen und brennende Tanker in Hormus hält die Energiemärkte in Atem – und unterstreicht, wie eng militärische Kontrolle und globaler Ölfluss dort miteinander verbunden sind. Für Importeure von Asien bis Europa bleibt die Engstelle damit ein Dauer-Risikofaktor im Kalender.

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