Im Konflikt am Persischen Golf rückt eine neue Verwundbarkeit in den Blick: die Glasfaserleitungen am Meeresgrund. Zwei ranghohe iranische Sicherheitsbeamte sagten der Nachrichtenagentur Reuters, Teheran habe ausgearbeitete Pläne, solche Kabel anzugreifen, falls die USA und Israel das Land erneut attackieren.

Wie und wo das geschehen könnte, ließen die anonym zitierten Beamten offen. Einer von ihnen deutete an, Iran wolle nach einem Angriff auch Reparaturen verhindern, um Ausfälle von Internet und Kommunikation in die Länge zu ziehen. Im Ernstfall gebe es „keine roten Linien mehr“, sagte er – das gelte für Kabel ebenso wie für Militärstützpunkte.

Schon am Mittwoch hatte Yadollah Javani, politischer Vizechef der Revolutionsgarden, im arabischsprachigen Sender Al-Alam gewarnt. Sieben große Datenleitungen unter der Straße von Hormus könnten zum Ziel werden, sollte Irans Infrastruktur getroffen werden. Die USA und ihre Verbündeten hätten dort erhebliche Investitionen, so Javani.

Wie groß der Schaden wäre, ist umstritten. Zwar läuft nach Angaben der Internationalen Fernmeldeunion fast der gesamte grenzüberschreitende Datenverkehr der Welt über Seekabel. Durch die Meerenge zwischen Iran und Oman fließt aber weniger als ein Prozent der internationalen Bandbreite, erklärte der Analyst Alan Mauldin vom Marktforscher TeleGeography. Hart treffen würde ein Angriff vor allem die Golfstaaten selbst, deren Daten teils umgeleitet werden könnten.

Die Warnungen fallen in eine Phase wachsender Spannungen: Tankerangriffe und Minen haben den Schiffsverkehr in der Region stark beeinträchtigt, der Ölpreis ist gestiegen. Das US-Außenministerium und Teheran reagierten zunächst nicht auf Anfragen.

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