Der Spanier Alejandro Davidovich Fokina ist am Ziel seiner Träume. Im Finale des Masters-Turniers von Shanghai schlug der 27-Jährige am Sonntag seinen Landsmann Rafael Jodar nach einem Satz Rückstand mit 1:6, 7:6 (7:5), 6:4 und gewann damit erstmals ein Turnier der 1000er-Kategorie.
Lange sah es nach einem Triumph des 20-jährigen Jodar aus. Der an Position zwölf gesetzte Aufsteiger dominierte den ersten Durchgang nach Belieben, ließ bei eigenem Aufschlag keinen einzigen Breakball zu und führte auch im zweiten Satz mit Break. Doch Davidovich Fokina, an 25 gesetzt, kämpfte sich zurück, behielt im Tiebreak die Nerven und hatte im dritten Satz die besseren Reserven. Nach knapp zweieinhalb Stunden verwandelte er seinen zweiten Matchball.
Danach war der Sieger sprachlos. Er fühle vor allem Erleichterung, sagte er und dankte seinem Team. Das Jahr war für ihn alles andere als einfach, eine Rückenverletzung zwang ihn zwei Monate zur Pause.
In Shanghai lebte er gefährlich: In Runde drei wehrte er gegen Frances Tiafoe einen Matchball ab, gegen Hubert Hurkacz und im Halbfinale gegen den topgesetzten Alexander Zverev lag er jeweils mit einem Satz zurück. Bemerkenswert ist auch seine Finalbilanz. Die ersten fünf Endspiele seiner Karriere hatte er verloren, nun gewann er nach Mallorca und Chengdu das dritte in Folge. In China ist er seit zehn Partien ungeschlagen.
In der neuen Weltrangliste springt Davidovich Fokina an diesem Montag auf Platz 13, so hoch wie nie. Jodar, der im Halbfinale Daniil Medwedew ausgeschaltet hatte, verpasst den Sprung unter die besten zehn knapp und wird Elfter. Im Rennen um die ATP Finals in Turin liegt er auf Rang neun.
Grund zum Jubeln gab es auch für Österreich: Lucas Miedler und Neil Oberleitner gewannen das Doppel-Finale gegen Francisco Cabral und Jackson Tracy mit 6:3, 6:4.
