Ob ägyptische Soldaten Saudi-Arabien gegen die Huthi-Miliz verteidigen dürfen, bleibt vorerst offen. Das Abgeordnetenhaus in Kairo hat die Entscheidung am Montag erneut verschoben, diesmal auf den 26. Oktober. Bereits am Sonntag war die Abstimmung um zwei Tage nach hinten gerutscht.

Präsident Abdel Fattah al-Sisi bittet um eine Vollmacht für den Fall, dass Riad offiziell um Beistand ersucht – eine solche Anfrage ist bislang nicht bekannt. Es gehe allein um Schutz, nicht um Angriffe, betonte er am Wochenende. Beobachter rechnen deshalb eher mit Flugabwehr und Raketenabwehr als mit Bodentruppen im Jemen. Der von Sisi geleitete Nationale Verteidigungsrat stimmte dem Vorhaben am Sonntag zu. Für einen Kampfeinsatz im Ausland verlangt die Verfassung allerdings eine Zweidrittelmehrheit, also 398 der 596 Sitze.

Rechnerisch verfügen die regierungsnahen Parteien über genug Mandate. Doch in den geschlossenen Sitzungen meldeten sich rund 300 Abgeordnete zu Wort. Die oppositionellen Sozialdemokraten wollen sich enthalten, weil weder Ziel noch Dauer, Kosten oder Gefahren für die Truppe erläutert worden seien. Auch der Großimam der Al-Azhar-Universität mahnte, weiteres Blutvergießen zu verhindern. Regierungsnahe Abgeordnete spielen die Debatte dagegen herunter: Niemand habe die Vollmacht grundsätzlich abgelehnt.

Für Ägypten steht viel auf dem Spiel. Saudi-Arabien hat Milliardenbeträge bei der Zentralbank in Kairo hinterlegt, allein in diesem Monat werden 5,3 Milliarden Dollar fällig. Viele Ägypter verdienen ihr Geld in der saudischen Energiewirtschaft. Zugleich haben die Huthi-Angriffe im Roten Meer dem Suezkanal seit 2023 rund elf Milliarden Dollar an Einnahmen gekostet.

Die Miliz attackiert das Königreich seit Anfang Oktober fast täglich. Beim Angriff auf den Flughafen von Riad starben nach saudischen Angaben 13 Menschen. An der Börse in Kairo sorgte die Debatte am Montag kurzzeitig für Verluste, der Leitindex schloss am Ende aber leicht im Plus. Die Türkei und Pakistan haben Riad über ein im August geschlossenes Verteidigungsabkommen bereits Unterstützung zugesagt.

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