Sie hat drei Wörter geprägt, die später ein US-Präsident im Wahlkampf benutzte, und sie hat ihr ganzes Leben lang für Menschen gekämpft, die auf Kaliforniens Feldern Trauben und Gemüse ernten. Dolores Huerta ist am Mittwoch in ihrem Haus im kalifornischen Bakersfield gestorben. Sie wurde 96 Jahre alt und litt nach Angaben ihrer Familie an Krebs.
Zur Welt kam Dolores Clara Fernandez 1930 im Bergbauort Dawson im Bundesstaat New Mexico. Aufgewachsen ist sie in Stockton, mitten im Agrarland Kaliforniens. Zunächst arbeitete sie als Grundschullehrerin, doch die hungrigen, schlecht gekleideten Kinder der Erntehelfer ließen sie umdenken: Statt zu unterrichten, wollte sie die Eltern organisieren. 1962 gründete sie mit César Chávez die Vereinigung, aus der die Gewerkschaft United Farm Workers hervorging.
Huerta verhandelte die ersten Tarifverträge für Landarbeiter in Nordamerika, stand beim langen Traubenstreik von Delano an der Seite philippinischer Erntehelfer und wurde 22-mal festgenommen. 1988 schlug ein Polizist bei einer Demonstration in San Francisco so heftig mit dem Schlagstock zu, dass sie mehrere Rippenbrüche und schwere innere Verletzungen erlitt. Der Slogan „Sí, se puede“ – „Ja, es geht“ – stammt von ihr. Barack Obama scherzte 2012 bei der Verleihung der Freiheitsmedaille, er habe ihn sich für seine Kampagne ausgeliehen.
Bis ins hohe Alter blieb sie unterwegs, sprach über Armut, Frauenrechte, Einwanderung und das Wahlrecht und zog nebenbei elf Kinder groß. In diesem Jahr machte sie öffentlich, dass Chávez sie in den 1960er-Jahren unter Druck gesetzt und missbraucht hatte. Aus den Begegnungen gingen zwei Kinder hervor, die bei anderen Familien aufwuchsen.
Die Gewerkschaft würdigte sie als Frau, die ihre Gemeinschaft stärker und besser organisiert hinterlasse, als sie sie vorgefunden habe. Bill Clinton sprach vom Verlust einer „lieben Freundin“.
