Die Film- und Theaterwelt trauert um Patrick Stewart. Der britische Schauspieler starb am Mittwoch im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Los Angeles. Seine langjährige Sprecherin Kelly Bush Novak teilte mit, er sei nach einer „kurzen und ergreifenden Reise“ mit Alzheimer und Lewy-Körperchen-Demenz gestorben, umgeben von Familie, Freunden und Musik.
Einem weltweiten Publikum wurde Stewart als Jean-Luc Picard bekannt, der ruhige, belesene Kommandant der Enterprise in „Star Trek: The Next Generation“. Später prägte er als Professor Charles Xavier die „X-Men“-Reihe. Seine Wurzeln aber lagen auf der Bühne: Jahrzehntelang spielte er für die Royal Shakespeare Company und stand bis ins hohe Alter in Stücken von Shakespeare, Ibsen, Pinter oder Beckett im Londoner West End und am Broadway.
Wegbegleiter erinnern an einen Mann mit Haltung und Humor. Ian McKellen, sein Freund und „X-Men“-Partner, schrieb, er habe Stewart einst davor gewarnt, für eine Fernsehserie nach Hollywood zu gehen. Zum Glück habe er nicht auf ihn gehört. McKellen betonte zudem, wie sehr der Kollege seine Heimat Yorkshire geprägt habe. LeVar Burton, an Bord der Enterprise der Ingenieur Geordi, nannte ihn „Familie“ und unter allen Rittern, die er kenne, den albernsten.
Abseits der Kamera engagierte sich Stewart für Frauenrechte und gegen häusliche Gewalt, über die er aus eigener Kindheitserfahrung offen schrieb. Gemeinsam mit seiner Frau Sunny nahm er Pitbulls aus Tierheimen in Pflege und unterstützte Kampagnen gegen Hundekämpfe.
Die Lewy-Körperchen-Demenz gilt als zweithäufigste fortschreitende Demenzform und kann gemeinsam mit Alzheimer auftreten. In Hollywood legten Fans am Donnerstag Blumen an seinem Stern auf dem Walk of Fame nieder.
