Eigentlich ist Allerheiligen auf den Philippinen ein Tag für Familienbesuche an den Gräbern. Für rund 1500 Menschen in der Provinz Albay begann der 1. November stattdessen auf einer Matte in einer Turnhalle oder einem Klassenzimmer. Sie mussten ihre Häuser verlassen, nachdem der Vulkan Mayon am Freitagmittag eine mäßig explosive Eruption erlebt hatte.

Um 11.53 Uhr Ortszeit stieg eine graue Säule aus Asche rund drei Kilometer in den Himmel. Das staatliche Vulkanologie-Institut Phivolcs hob daraufhin die Warnstufe von 2 auf 3 an. Sie bedeutet, dass eine gefährliche Eruption wahrscheinlicher geworden ist. In mehreren Orten am Fuß des Berges rieselte Asche auf Dächer und Straßen, Schulen und Behörden schickten Kinder und Angestellte nach Hause.

Noch am selben Tag ordnete die Provinzregierung an, die sechs Kilometer breite Sperrzone rund um den Krater vollständig zu räumen. Nach Angaben des Katastrophenschutzamts verließen 746 Familien mit 2041 Angehörigen ihre Häuser, die meisten aus der Stadt Tabaco, dazu Bewohner aus Camalig und Ligao. Ein Teil kam bei Verwandten unter. Am Samstagabend lebten noch 420 Familien in sieben Notunterkünften.

Wann sie zurückkehren dürfen, ist offen. Behördenchef Oscar Robert Cristobal sagte, die Sicherheit der Menschen habe Vorrang. Die Polizei kontrolliert die Zufahrten zur Sperrzone. Phivolcs warnt vor Lavaströmen und vor den gefürchteten pyroklastischen Strömen, glühend heißen Lawinen aus Gas und Gestein. Binnen 24 Stunden registrierten die Fachleute 15 vulkanische Erdbeben und 30 Steinschläge.

Das Sozialministerium verteilt Lebensmittelpakete, weitere 2000 sind auf dem Weg in Gemeinden, die vom Ascheregen betroffen sind. Die Gesundheitsbehörde hat 22.000 Atemschutzmasken ausgegeben. Der Mayon, mit seinem fast perfekten Kegel eines der Wahrzeichen des Landes, gilt als aktivster Vulkan der Philippinen.

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