Als die Filialleiter am Montagmorgen ihre Läden aufschlossen, war in vielen Kühltruhen nichts mehr kalt. In der Nacht zum Montag haben Unbekannte offenbar aus der Ferne die Steuerung der Kühl- und Gefriersysteme in zahlreichen belgischen Supermärkten manipuliert. Vor allem in den Tiefkühltruhen stiegen die Temperaturen deutlich an, viel Ware musste entsorgt werden.

Am stärksten betroffen ist die Kette Delhaize mit rund 40 Geschäften in Flandern und der Wallonie, darunter viele kleine Shop-&-Go-Läden an Tankstellen. Bei Carrefour Belgien sollen es etwa 15 Filialen sein, bei Spar rund fünf. Auch die Metzgereikette De Laet & Van Haver meldete veränderte Einstellungen an ihren Kühlgeräten. Belgische Medien beziffern den Schaden an weggeworfenen Lebensmitteln auf etwa 100.000 Euro. Delhaize sprach von einem „IT-Vorfall“ und erklärte, man habe sofort reagiert, damit die Märkte geöffnet bleiben könnten. Noch in der Nacht hatte die Kette ihre Filialleiter per SMS vor plötzlichen Temperaturanstiegen gewarnt.

Neu ist das Muster nicht. Erst Mitte Oktober hatten Angreifer in Frankreich die Kühlanlagen von Hunderten Märkten der Ketten Intermarché und Coopérative U sabotiert. Stephan Moelans, Chef des belgischen Kühltechnik-Installateurs Sabcobel, sagte der Nachrichtenagentur Belga, in Belgien sei genau derselbe Mechanismus genutzt worden. Ein Software-Update allein reiche nicht, um die Lücke zu schließen; nötig seien Umbauten, am einfachsten eine Fernsteuerung nur noch über eine gesicherte Internetverbindung. Viele seiner Kunden hätten nach dem Angriff in Frankreich bereits umgestellt.

Auch aus Schweden kamen ähnliche Meldungen: Bei den Ketten ICA und Coop gab es in derselben Nacht Probleme mit Kühlgeräten. Wer hinter den Angriffen steckt, ist bislang nicht bekannt.

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