Japan hat seit Montag eine nationale Behörde, die sich ausschließlich um Katastrophen kümmert. Die neue Agentur für Katastrophenmanagement mit Sitz in Tokio beschäftigt zum Start mehr als 350 Menschen. Sie soll das Land besser auf Ereignisse vorbereiten, vor denen sich Fachleute seit Jahren fürchten: ein Megabeben am Nankai-Graben vor der Pazifikküste, ein schweres Erdbeben direkt unter der Hauptstadtregion oder einen Ausbruch des Fuji.

An der Spitze steht formal Premierministerin Sanae Takaichi. Die Alltagsarbeit leitet Wiederaufbauminister Goshi Hosono, der zusätzlich das Amt des Ministers für Katastrophenschutz übernimmt. Er darf anderen Ministerien Empfehlungen geben, und wer aus seiner Sicht zu wenig unternimmt, muss diese Hinweise berücksichtigen. Es ist die erste Behörde direkt unter dem Kabinett seit der Gründung der Digitalagentur im Herbst 2021.

Gleich am ersten Tag wandte sich Hosono mit einem Appell an die Bevölkerung. Staat und Kommunen stießen bei einem Großunglück an Grenzen, sagte er sinngemäß. Jeder Haushalt solle Lebensmittel und Wasser einlagern, Schränke an der Wand befestigen und nachsehen, wo die nächste Notunterkunft liegt. Auch Ministerien und Gemeinden erhielten eine solche Dringlichkeitsaufforderung, etwa ihre Notfallpläne für den laufenden Betrieb zu überprüfen.

Die Agentur übernimmt zudem den Wiederaufbau in bereits getroffenen Regionen, angefangen mit der Halbinsel Noto, die 2024 von einem Erdbeben verwüstet wurde, und der Präfektur Kumamoto, wo im Juli ein Beben der Stärke 7,1 Schäden anrichtete. Als drängendes Problem gelten außerdem Überschwemmungen nach Starkregen, wie sie im August Teile der Präfektur Chiba trafen.

Eine Schwachstelle will die Behörde gezielt angehen: Viele kleine Gemeinden haben weder Geld noch Fachpersonal für den Katastrophenschutz. Regionale Außenstellen sollen hier helfen. Wo sie entstehen, wird im Sommer 2027 entschieden, öffnen sollen sie bis Juli 2028.

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