Seit dem Mai breitet sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo eine Ebola-Epidemie aus, die Gesundheitsbehörden in ganz Afrika alarmiert. Nach Zahlen, die die Seuchenschutzbehörde Africa CDC am Montag nannte, sind inzwischen 5376 Menschen gestorben. Fast alle Opfer stammen aus dem Kongo, je zwei Todesfälle gab es in Kenia und Uganda. Gemessen an Tempo und Ausbreitung gilt der Ausbruch damit als der heftigste, der je dokumentiert wurde.
Die kongolesischen Behörden zählen mehr als 10.400 bestätigte Infektionen. Dass die Sterblichkeit nun über 50 Prozent liegt, hat auch mit Nacharbeit zu tun: In der besonders betroffenen Provinz Ituri wurden Akten überprüft und 314 ältere Todesfälle nachgetragen. Inzwischen sind acht Provinzen und 67 Gesundheitszonen betroffen. Nur der Ausbruch in Westafrika von 2013 bis 2016 war insgesamt größer.
Das Besondere an dieser Welle ist ihr Erreger. Es handelt sich um das seltene Bundibugyo-Virus, gegen das es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine erprobte Behandlung gibt. Erst seit einigen Wochen wird getestet, ob der Impfstoff Ervebo, der gegen den verbreiteten Zaire-Stamm schützt, auch hier hilft. Übertragen wird das Virus über Körperflüssigkeiten; es löst hämorrhagisches Fieber aus.
Über die Grenzen ist die Krankheit bisher nur vereinzelt gesprungen. Uganda verzeichnete 20 Fälle, fast alle bei Reisenden aus dem Kongo, und wurde im August für ebolafrei erklärt. Kenia meldete im Oktober neun Ansteckungen, die ersten in seiner Geschichte. In Nigeria erkrankte eine Schweizerin, die zuvor in Uganda gewesen war.
Die USA verschärfen derweil ihre Einreiseregeln. Ab Dienstagabend müssen Fluggäste vor dem Abflug versichern, dass sie sich in den vorangegangenen 21 Tagen nicht im Kongo aufgehalten haben. WHO-Chef Tedros nahm den Ausbruch zum Anlass, die Staaten zum raschen Abschluss des Pandemievertrags zu drängen.
