Der Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen und Saudi-Arabien hat am Wochenende eine neue Stufe erreicht. Militärsprecher Jahja Sari verkündete sieben Einsätze mit ballistischen Raketen und Drohnen an einem einzigen Tag – gerichtet gegen Ziele, die das Rückgrat des Königreichs bilden: Ölanlagen und große Flughäfen.
Auf der Liste der Rebellen stehen der internationale Flughafen King Khalid in Riad, angeblich gleich in zwei Wellen angegriffen, außerdem eine Aramco-Anlage in Yanbu und die Raffinerie Rabigh am Roten Meer. Hinzu kommen Pumpstationen der Ost-West-Pipeline, die Rohöl vom Persischen Golf an die Westküste bringt, die Flughäfen von Dammam und Nadschran sowie der Luftwaffenstützpunkt Chamis Muschait. Ob die Geschosse tatsächlich trafen, ist offen. Riad äußerte sich zu den Behauptungen nicht direkt.
Die von Saudi-Arabien geführte Koalition meldete dagegen Abschüsse über Yanbu, Taif und Riad sowie eine abgefangene Drohne im Osten des Landes. Brisant wurde der Tag durch Trümmerteile: Laut Zivilschutz gingen Splitter in den Regionen Mekka und Medina nieder, unter anderem im Wadi al-Mughammas, etwa 23 Kilometer von der Großen Moschee entfernt. Die Huthi wiesen den Vorwurf, die heiligen Städte anvisiert zu haben, als „große Lüge“ zurück. Der Golf-Kooperationsrat sprach von „abscheulichen“ Angriffen.
Die Rebellen begründen die Welle als Vergeltung. Sie werfen Riad rund hundert Luftschläge binnen 24 Stunden auf Sanaa und andere von ihnen kontrollierte Gebiete vor, mit vielen Toten und Verletzten. Parallel feuerten sie nach Angaben der jemenitischen Regierung Raketen auf Einrichtungen der Küstenwache in Aden.
Seit die 2022 vereinbarte Waffenruhe im Juli zerbrach, beschießen die Huthi immer wieder saudische Energieanlagen und Flughäfen; der Hintergrund ist der Krieg um den Iran. Wie angespannt die Lage ist, zeigt Riad selbst: Der Hauptstadtflughafen wollte am Sonntag nach zwei Wochen Schließung den Betrieb wieder aufnehmen – die Huthi erklärten ihn umgehend erneut zum militärischen Ziel.
