Fünf Spiele, fünf Siege – mit dieser makellosen Bilanz reisten die Kansas City Chiefs nach Seattle. Im Sunday Night Game verloren sie dann nicht nur ihre weiße Weste, sondern auch fast jede Durchschlagskraft. Die Seattle Seahawks gewannen vor heimischem Publikum im Lumen Field mit 20:3 und beendeten damit zugleich eine eigene Serie von zwei Niederlagen in Folge.
Bemerkenswert war vor allem, was die Abwehr des Titelverteidigers aus Seattle mit dem Angriff von Patrick Mahomes anstellte. Die Chiefs kamen auf gerade einmal 213 Yards Raumgewinn und elf First Downs, verwandelten nur drei von elf dritten Versuchen und erreichten kein einziges Mal die Red Zone, die letzten 20 Yards vor der Endzone – das hatte es in einem Spiel mit Mahomes als Starter noch nie gegeben. Der Quarterback brachte 19 von 33 Pässen für 165 Yards an und warf eine Interception.
Besondere Brisanz hatte die Rückkehr von Running Back Kenneth Walker III. Der Super-Bowl-MVP der Vorsaison war im Sommer von Seattle nach Kansas City gewechselt und führte die Liga bei den Laufyards an. Gegen seine alten Kollegen kam er auf 36 Yards bei 14 Läufen. Nach dem Schlusspfiff verzichtete er auf den Handschlag und gab offen zu, frustriert zu sein.
Auf der anderen Seite glänzte erneut Jaxon Smith-Njigba. Der Receiver fing neun Bälle für 150 Yards, darunter einen 28-Yard-Touchdown nach Zuspiel von Sam Darnold. Es war bereits sein sechstes Spiel mit mindestens 100 Yards in dieser Saison, das gelang in der Super-Bowl-Ära erst wenigen Spielern so früh. Running Back Emanuel Wilson sorgte mit 100 Laufyards und einem 21-Yard-Touchdown im Schlussviertel für die Entscheidung.
Ganz zufrieden konnte Seattle trotzdem nicht sein: Aus drei Ausflügen in die Red Zone wurden nur sechs Punkte. Mit nun vier Siegen bei drei Niederlagen sind die Seahawks aber zurück im Rennen, während Kansas City bei 5:1 steht.
