Am Rande des achten Gipfels des Forums Gas exportierender Länder (GECF) hat Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag im Kreml den iranischen Staatschef Massud Pezeschkian empfangen. Beide Seiten vereinbarten, ihre Zusammenarbeit in Politik, Wirtschaft, Energie und Sicherheit weiter auszubauen. Mit am Tisch saßen auf russischer Seite unter anderem Außenminister Sergej Lawrow, der Rosatom-Chef und Gazprom-Chef Alexej Miller.

Putin präsentierte vor allem Zahlen: Der Warenaustausch mit Iran sei in den ersten acht Monaten 2026 um 10,4 Prozent gewachsen. Russland halte alle Zusagen bei gemeinsamen Projekten ein, der Bau des Atomkraftwerks Buschehr gehe weiter. Rund 10.000 iranische Studierende seien an russischen Hochschulen eingeschrieben. Die Lage in der Region nannte er besorgniserregend und äußerte die Hoffnung auf eine positive Wendung.

Pezeschkian schlug schärfere Töne an. Er verurteilte das einseitige Vorgehen der USA in der Region und warb für eine multipolare Weltordnung. Die Staaten des Nahen Ostens seien fähig, ihre Konflikte selbst zu lösen, auf amerikanische Hilfe müsse man sich nicht verlassen. Zudem rief er zu mehr Austausch unter den sanktionierten Ländern auf. Als konkretes Ergebnis kündigte er an, Teheran habe einem Büro des russischen Staatsrundfunks im Iran zugestimmt.

Schon vor dem Treffen hatte Pezeschkian in Moskau mit dem Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, über Energiefragen gesprochen. Katar gehört zu den wichtigsten Vermittlern zwischen Teheran und Washington – und stellt zugleich Forderungen: Iran solle die Straße von Hormus wieder öffnen und aufhören, die Golfstaaten zu bedrohen.

Für den Iran ist die Nähe zu Moskau damit auch ein Signal in einer Phase, in der regionale Mächte fieberhaft versuchen, einen neuen Krieg zu verhindern.

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