Es war kein Sieg, aber ein würdiger Schlusspunkt. Mit einem 5:7, 2:7 im Tiebreak des zweiten Satzes gegen den Tschechen Jiří Lehečka hat Stan Wawrinka am Dienstagabend bei den Swiss Indoors in Basel sein letztes Match als Tennisprofi bestritten. Der 41-Jährige hatte schon früh angekündigt, dass das Heimturnier die letzte Station seiner Laufbahn sein würde.
Die Halle feierte jeden gewonnenen Punkt, als sei es ein Matchball. Wawrinka zeigte noch einmal alles, wofür ihn die Fans lieben: die einhändige Rückhand die Linie entlang, den Finger an der Schläfe, das laute „Allez“ und die Aufforderung an die Tribünen, noch lauter zu werden. Lehečka, die Nummer 21 der Welt, schaffte im elften Spiel des ersten Satzes das entscheidende Break und behielt im Tiebreak die Nerven. Danach drehte der Schweizer eine Ehrenrunde, Familie und Team wischten sich die Tränen ab.
„Ich wollte in meiner Karriere immer alles geben und nichts bereuen“, sagte Wawrinka der ATP. Nur so könne man den Sport verlassen. Sein Gegner gab zu, es sei „ein bisschen komisch“, ausgerechnet bei diesem Abschied auf der anderen Seite zu stehen, er werde das Match aber nie vergessen.
Die Bilanz des Lausanners ist bemerkenswert, gerade weil er im Schatten von Federer, Nadal und Djokovic groß wurde. Erst mit 28 Jahren gewann er 2014 die Australian Open, im Endspiel gegen Nadal. 2015 folgte Paris mit einem Finalsieg über Djokovic, 2016 schlug er den Serben auch im Endspiel der US Open. Dazu kommen der Davis-Cup-Titel und Olympiagold im Doppel 2008, beides an der Seite von Federer.
Ganz vorbei ist es für die Fans noch nicht: Am 19. Dezember lädt Wawrinka in Genf zu einem Abschiedsabend, bei dem auch Federer und Andy Murray auftreten sollen.
