Teheran verschärft im Streit um die wichtigste Öl-Meerenge der Welt erneut den Ton. Am Donnerstag behaupteten die iranischen Revolutionsgarden, binnen eines Tages seien drei Öltanker auf Minen gelaufen und in Brand geraten. Später meldete auch die reguläre Armee des Landes ein viertes beschädigtes Schiff, das östlich der Meerenge manövrierunfähig liegen soll.

Nach iranischer Darstellung hatten die Frachter den Korridor im Süden genutzt, der dicht an der omanischen Küste verläuft und den Teheran nicht als zulässig anerkennt. Die Besatzungen hätten zudem Radar und Navigationsgeräte abgeschaltet und Warnungen ignoriert. Namen, Flaggen oder Opferzahlen nannte keine der beiden Stellen. Die Nachrichtenagentur AP konnte die Angaben nicht bestätigen.

Unabhängig belegt ist bislang wenig. Die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO berichtete von einem Holzboot, einer sogenannten Dau, das rund neun Seemeilen nördlich der omanischen Hafenstadt Chasab Feuer fing und sank; die Crew kam heil davon. In einem weiteren Fall soll ein kleines Boot zwei Sprengsätze an einem Tanker befestigt haben, der danach mit einem Brand im Maschinenraum liegen blieb.

Das US-Zentralkommando CENTCOM hatte erst kurz zuvor versichert, die Haupttransitrouten seien von Minen geräumt. Garden-Sprecher Hossein Mohebi forderte daraufhin „unabhängige Beweise“ statt Erklärungen in sozialen Medien. Zusätzlich gaben die Garden an, eine amerikanische Aufklärungsdrohne vom Typ MQM-170 abgefangen zu haben.

Seit Kriegsbeginn Ende Februar ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge, über die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasverbrauchs läuft, auf wenige Passagen pro Tag geschrumpft. Die USA blockieren iranische Häfen und begleiten Tanker. Laut CENTCOM haben die Golfstaaten seit dem Sommer so 1,5 Milliarden Barrel exportiert.

Parallel läuft Diplomatie: Vizepräsident JD Vance ließ über Katar einen Brief mit einem Gesprächsrahmen an Mohsen Rezaei, den Chef des iranischen Nationalen Sicherheitsrats, übermitteln. Zugleich berichtete das „Wall Street Journal“, Admiral Brad Cooper habe Präsident Trump im Weißen Haus militärische Optionen gegen Iran vorgestellt.

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