Achtmal hatte Jan-Lennard Struff gegen Novak Djokovic verloren, oft deutlich. Beim neunten Duell hat es geklappt: Der Sauerländer gewann am Donnerstag im Achtelfinale der Swiss Indoors in Basel gegen den an Nummer vier gesetzten Serben – nach verlorenem Auftaktsatz im Tiebreak (4:7) holte er sich die Durchgänge zwei und drei mit 7:5 und, erneut im Tiebreak, mit 7:6.
Zweieinhalb Stunden und sechs Minuten stand Struff auf dem Platz, und sein Aufschlag trug ihn durch das Match. Insgesamt 27 Asse servierte der 36-Jährige, und alle sechs Breakbälle, die er abwehren musste, wehrte er ab. Nach dem verlorenen Tiebreak im ersten Satz holte er sich den zweiten mit einem späten Break, im entscheidenden Durchgang behielt er dann im Tiebreak die Nerven. Er habe gewusst, dass es nur einen Weg gebe, sagte der Weltranglisten-27. hinterher: volles Risiko.
Für Djokovic ist die Niederlage ein empfindlicher Rückschlag. Der 39-Jährige war erstmals seit 2011 wieder in Basel angetreten, um Punkte für das Saisonfinale in Turin zu sammeln. Dort spielen die acht besten Profis des Jahres, weil Jannik Sinner verletzt fehlt, reicht diesmal sogar Platz neun. Den hält derzeit der Spanier Rafael Jódar, Djokovic liegt auf Rang elf und 319 Punkte zurück. Als letzte Chance bleibt das Masters in Paris.
Dabei geht es für den 24-maligen Grand-Slam-Sieger um einen Rekord: Mit einer 19. Teilnahme an den ATP Finals würde er an Roger Federer vorbeiziehen. Siebenmal hat er das Turnier bereits gewonnen. Zuletzt war er 2017 sportlich nicht qualifiziert.
Es war nicht die einzige Überraschung des Tages in Basel. Der Topgesetzte Ben Shelton, für Turin schon sicher dabei, unterlag dem Schweizer Wildcard-Spieler Jérôme Kym, der in der Weltrangliste nur auf Platz 222 steht.
