Der wieder aufgeflammte Krieg zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen hat am Sonntag erneut Zivilisten auf beiden Seiten getroffen.
In Nadschran, einer Stadt im Süden des Königreichs nahe der jemenitischen Grenze, schlug ein aus dem Jemen abgefeuertes Geschoss in einem Wohnviertel ein. Sechs saudische Staatsbürger erlitten Verletzungen, drei Häuser und drei Autos wurden beschädigt, teilte der Zivilschutz mit. Kurz zuvor war für die Stadt eine Warnung ausgegeben und dann wieder aufgehoben worden. Die Militärkoalition unter saudischer Führung meldete zudem, zwei ballistische Raketen abgefangen zu haben.
Auf jemenitischer Seite traf ein Luftangriff ein Wohnhaus im Bezirk Sahar in der Provinz Saada, einer Hochburg der Huthi. Nach Angaben des von den Rebellen kontrollierten Gesundheitsministeriums starben zunächst neun Menschen, darunter fünf Kinder und zwei Frauen; später war von zehn Toten und 23 Verletzten die Rede. Helfer suchten in den Trümmern nach Überlebenden.
Auch die Koalition beklagt Opfer. Zwei Piloten kamen ums Leben, als ihr Hubschrauber in der Grenzregion abstürzte. Offiziell war ein technischer Defekt die Ursache, die Huthi behaupten dagegen, sie hätten einen Apache abgeschossen. Es sind die ersten Gefallenen der Koalition, seit der jahrelang ruhende Konflikt im Juli neu entbrannte.
Die Folgen sind längst in der Hauptstadt zu spüren. In Riad schickte das Hochhaus Kingdom Centre alle Büroangestellten auf unbestimmte Zeit ins Homeoffice, Schulen unterrichten eine weitere Woche online, und der Flughafen King Khalid bleibt nach einem Angriff mit 13 Toten in der vergangenen Woche geschlossen. Die Huthi haben eine Seeblockade gegen das Königreich ausgerufen und kontrollieren Gebiete an der Meerenge Bab al-Mandab.
International wächst die Unruhe: Ägyptens Parlament vertagte die Abstimmung über eine Militärhilfe für Riad auf Montag, in Riad wurde Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot erwartet, kurz vor einer Golf-Reise von Präsident Macron.
