Kenias Gesundheitsministerium meldet einen weiteren Ebola-Fall, damit sind es nun neun. Für das Land ist es der erste Ausbruch überhaupt. Die Behörden betonen allerdings, dass sich bislang alle Betroffenen einer einzigen Infektionskette zuordnen lassen.
Neu erkrankt ist ein 24-jähriger Mann aus dem engen Familienkreis des ersten Patienten. Er befand sich bereits in Quarantäne, als die ersten Symptome auftraten, und wurde sofort behandelt. Der erste Erkrankte war aus der Demokratischen Republik Kongo über Uganda nach Kenia gereist und starb kurz nach seiner Ankunft. Angesteckt haben sich seitdem vier Angehörige, drei Beschäftigte im Gesundheitswesen und eine Reinigungskraft der Klinik.
Gesundheits-Generaldirektor Patrick Amoth zeichnete ein vorsichtig positives Bild: Den acht Überlebenden gehe es deutlich besser. Von 135 bekannten Kontaktpersonen seien 134 in Quarantäne. Kenia hat 500 Dosen an Medikamenten erhalten, am Kenyatta-Krankenhaus in Nairobi ein eigenes Labor für Ebola-Proben eingerichtet und 28 Bezirke mit Schutzausrüstung, Tests und Thermometern versorgt. Wer seit dem 6. Oktober in Quarantäne ist und gesund bleibt, darf ab dem 25. Oktober nach Hause.
Kritik gibt es trotzdem. Die Ärztegewerkschaft bemängelt zu wenig Personal an Grenzübergängen und am Hauptflughafen. Die USA raten ihren Bürgern von Reisen nach Kenia ab. Die Regierung verzichtet bislang auf Einschränkungen für Reisen, Handel oder Versammlungen; wer aus zehn Risikoländern einreist, muss vorab ein digitales Gesundheitsformular ausfüllen.
Die Lage in der Region bleibt angespannt. Gegen den Erregertyp Bundibugyo gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Im Kongo wurden seit Mai mehr als 9.500 Fälle und über 4.000 Tote gezählt. Am Dienstag meldete zudem Nigeria seinen ersten Fall: eine Frau, die aus Uganda in die Hauptstadt Abuja geflogen war.
