Kurz vor dem Lichterfest Diwali hat eine Explosion in einem Wohnhaus im Osten Indiens fünf Menschen das Leben gekostet. Das Unglück ereignete sich am Freitag gegen 17.30 Uhr Ortszeit in Alampur, einem Dorf im Distrikt Siwan im Bundesstaat Bihar. In dem Gebäude lagerten große Mengen Feuerwerkskörper.
Nach Angaben der Polizei fing zunächst ein Teil der Ware Feuer, dann griffen die Flammen auf den Rest über. Über rund zwei Stunden hinweg krachte es immer wieder, die Vorderseite des Hauses stürzte teilweise auf die Straße. Die anhaltenden Detonationen erschwerten die Bergung. Unter den Toten sind nach Polizeiangaben der 65-jährige Hausbesitzer, der als Feuerwerkshändler galt, seine beiden Enkelinnen im Alter von acht und 14 Jahren sowie ein zehnjähriger Junge aus der Nachbarschaft. Ein weiteres Opfer war zunächst nicht identifiziert. Drei Menschen kamen mit leichten Verbrennungen davon.
Ob in dem Haus auch produziert wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen. Mehrere indische Medien berichten, dort seien Feuerwerkskörper für die Festtage hergestellt worden. Dorfbewohner sagten, die Familie handle seit etwa 20 Jahren damit und besitze eine Lizenz. Die Polizei will das prüfen. Forensiker, ein Bombenentschärfungsteam und Drohnen waren im Einsatz; die Ärzte schlossen nicht aus, dass unter den Trümmern noch ein weiteres Opfer liegt.
Polizeichef Bharat Soni zog sofort personelle Konsequenzen: Der Leiter der zuständigen Polizeiwache und ein örtlicher Dorfwächter wurden wegen mutmaßlicher Nachlässigkeit suspendiert. Eine Sonderkommission soll klären, woher die Ware stammte, ob alle Genehmigungen gültig waren und warum frühere Kontrollen nichts ergaben.
Explosionen in Feuerwerkslagern sind in Indien vor großen Festen keine Seltenheit. Oft werden Böller in Wohnhäusern gelagert oder gefertigt – mitten in dicht bewohnten Vierteln.
