Seit Mittwoch regnet es im Südwesten der USA, wie man es dort kaum kennt. Betroffen ist vor allem die Four-Corners-Region, wo Arizona, Colorado, New Mexico und Utah an einem Punkt zusammenstoßen. Der San Juan River stieg bei Shiprock im Navajo-Gebiet am Samstag auf 21 Fuß, gut 6,4 Meter. So hoch stand das Wasser dort seit 1935 nicht mehr. Hunderte Häuser wurden geräumt, Rettungskräfte holten zahlreiche Menschen aus den Fluten.

Ein Todesopfer meldeten die Behörden aus Santa Fe: Eine Frau wurde mitgerissen, als ihre Familie mit dem Auto ein überflutetes Trockenbett durchqueren wollte; Vater und Kind retteten sich ans Ufer. In derselben Stadt hatte am Samstagabend zudem ein Tornado Dächer abgedeckt.

Im Bezirk San Juan in New Mexico ist die akute Rettungsphase beendet, doch zurück dürfen die meisten Bewohner noch nicht. Das Wasser trage Benzin, Diesel, Dünger, Abwasser und Rückstände aus der Ölförderung mit sich, warnte Feuerwehrchef David Vega. Kreisverwalter Mike Stark sprach von einem Katastrophengebiet und bat, mit dem Aufräumen noch zu warten. Rund 400 Haushalte sind vorsorglich vom Strom getrennt, die Polizei patrouilliert gegen Plünderer. In Utah durften die Bewohner von Bluff am Montag heimkehren, flussabwärts waren Montezuma Creek und Aneth betroffen.

Politisch zieht die Flut Kreise. New Mexicos Gouverneurin Michelle Lujan Grisham beantragte Bundeshilfe und forderte Präsident Trump auf, „sofort“ zu helfen. Colorados Gouverneur Jared Polis rief für ein Dutzend Bezirke den Katastrophenfall aus. Meteorologen sehen El Niño als möglichen Treiber. Wie es um private Trinkwasserbrunnen steht, lässt der Bezirk nun vom Gesundheitsministerium des Bundesstaats prüfen; das städtische Leitungswasser in Farmington gilt als sicher. Entwarnung gibt es dennoch nicht: Für Donnerstag und das Wochenende ist ein weiteres Unwetter angekündigt, womöglich ähnlich stark.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert