Sie kamen von einer Beerdigung und wollten zurück an die Küste. Für 24 von ihnen endete die Reise am Sonntagmorgen auf der Fernstraße zwischen Nairobi und Mombasa. Der Bus der Gemeinde Power of the Word Church International aus Mombasa stieß gegen 7.45 Uhr Ortszeit bei Kanga, unweit von Mtito Andei im Bezirk Makueni, mit einem Lastwagen zusammen.
Zunächst war von 22 Toten die Rede, im Lauf des Abends starben zwei weitere Verletzte im Krankenhaus. Mehr als 20 Menschen wurden behandelt, einige in Kliniken in Makindu und Mombasa verlegt. Die Insassen hatten ihren Pastor im Westen des Landes beerdigt und kurz vor dem Unglück noch gemeinsam gefrühstückt.
Nach Darstellung des zuständigen Bezirkskommissars Abdullahi Khalif wollte der Busfahrer mehrere Fahrzeuge auf einmal überholen, verlor die Kontrolle und prallte mit einem entgegenkommenden Lkw zusammen; der Aufprall riss etwa die Hälfte des Busdachs ab. Ein Fahrgast schilderte den Hergang dagegen anders und sprach von einem Stoß von hinten. Die Ermittlungen laufen.
Es ist das zweite schwere Unglück auf dieser Strecke binnen weniger Wochen: Am 3. Oktober waren nahe Salama 17 Menschen gestorben, die meisten von ihnen katholische Pilger. Präsident William Ruto ordnete nun Kontrollen aller Fahrzeuge im öffentlichen Personenverkehr an. Verkehrsminister Davis Chirchir kündigte schärferes Vorgehen gegen Raser und riskante Überholmanöver an und sagte, man könne Verkehrssicherheit nicht länger wie Routine behandeln.
Die Dimension ist gewaltig. Nach Zahlen der Verkehrsbehörde NTSA starben 2025 in Kenia 5.009 Menschen auf den Straßen. Die Behörde fordert deshalb, Verkehrsunfälle offiziell zur nationalen Katastrophe zu erklären.
