Die Milwaukee Brewers führen in der World Series. Im ersten Spiel der Finalserie der Major League Baseball besiegten sie am Freitagabend die Tampa Bay Rays mit 3:2. Es war das erste World-Series-Spiel in Milwaukee seit 1982, entsprechend aufgeheizt war die Stimmung unter dem geschlossenen Dach des American Family Field. Manche Fans hatten ihre Grillplätze auf den Parkflächen schon am Vormittag bezogen, zehn Stunden vor dem ersten Wurf.
Die Gastgeber legten sofort los. Jackson Chourio schlug im ersten Inning einen Single, kurz darauf trieb Christian Yelich ihn mit einem Triple nach Hause. Yelich, lange einer der erfahrensten aktiven Spieler ohne einen einzigen World-Series-Auftritt, kam selbst durch einen Schlag von William Contreras zum 2:0 ins Ziel. Werfer Jacob Misiorowski hielt fünf Innings durch und ließ nur einen Punkt zu, als Junior Caminero mit einem knallharten Double eine Chance einleitete. Sein erster Wurf mit 103,5 Meilen pro Stunde war ein World-Series-Rekord.
Contreras war auch hinter dem Schlagmann der Mann des Abends: Zweimal erwischte er Rays-Läufer beim Versuch, eine Base zu stehlen. Chourio erhöhte im siebten Inning auf 3:1. Spektakulär wurde es im neunten Durchgang. Die Rays luden gegen Closer Trevor Megill die Bases, dann schien ein Doppelaus das Spiel zu beenden. Feuerwerk stieg auf, im Stadion lief schon „Glory Days“ von Bruce Springsteen.
Doch Tampa Bay forderte den Videobeweis an, und die Bilder zeigten, dass Shortstop Cooper Pratts Fuß die zweite Base knapp verlassen hatte. Ein Punkt zählte, das Spiel lief weiter. Megill behielt die Nerven und schlug Jonny DeLuca zum endgültigen Schluss aus. „Wenn es eine Challenge gibt, geh nicht vom Mound“, sagte Brewers-Manager Pat Murphy. Spiel zwei folgt in Milwaukee.
