Über einen Monat lang war sie die berühmteste Bewohnerin von Busan – nun zieht sie Kreis um Kreis weiter hinaus. Die Haidame Bukangi, ein rund drei Meter langer Schwarzhai, hat den künstlichen Kanal im Uferpark am Nordhafen der südkoreanischen Metropole endgültig hinter sich gelassen.

Am Wochenende entdeckten Fachleute des Nationalen Instituts für Fischereiwissenschaft das Tier an zwei Tagen hintereinander im Hafenbecken nahe dem Internationalen Passagierterminal, etwa zwei Kilometer von ihrem letzten Aufenthaltsort entfernt. Sie schwimme ganz normal und zeige keine Verletzungen, teilten die Forscher mit. Das offene Meer hat Bukangi damit allerdings noch nicht erreicht: Der Bereich gehört zum gesperrten Hafengelände.

Der Weg dorthin war mühsam. Am 18. September war der Hai erstmals in dem nur etwa drei Meter tiefen Wasserlauf aufgetaucht. Zwei Versuche, ihn mit Netzen hinauszulotsen, scheiterten. Beim dritten Einsatz am 21. Oktober klappte es nach rund acht Stunden – doch tags darauf zwängte sich das Tier durch eine Lücke in der Absperrung zurück. Daraufhin öffneten die Behörden die erste Barriere und warteten ab. Am 23. Oktober verließ Bukangi den Kanal aus eigenem Antrieb.

Der Name setzt sich aus der koreanischen Bezeichnung für den Nordhafen, Bukhang, und einer verniedlichenden Endung zusammen. Die Popularität war enorm: Gut 1,7 Millionen Menschen kamen seit Mitte September in den Park, um einen Blick auf das Tier zu erhaschen. Die Sorge wuchs jedoch, weil das Wasser kälter wurde und niemand Bukangi fressen sah.

Die Wissenschaftler deuten ihr jetziges Verhalten als Eingewöhnung. Sie vermuten, dass der Hai zunächst tieferes Wasser aufsuchte und sich dann an der Kaimauer entlang bewegte. Der nächste Schritt, so hoffen sie, führt hinaus aufs Meer.

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