Es dauerte nur Augenblicke, doch die Folgen sind verheerend: Ein Tornado hat am späten Montagabend eine Baustelle im Viertel Fevzi Çakmak im Bezirk Kepez der türkischen Urlaubsmetropole Antalya getroffen. Der Wirbelsturm erfasste zwei Wohncontainer, in denen fünf Bauarbeiter übernachteten, riss sie auseinander und schleuderte die Männer durch die Luft. Zwei starben noch vor Ort, zwei weitere im Krankenhaus. Der fünfte Arbeiter wurde verletzt, sein Zustand ist laut Behörden gut.
Gouverneur Hulusi Şahin sprach von einem „außergewöhnlichen Naturereignis“. Der Tornado sei unerwartet über bergigem Gelände entstanden, habe sich von Nordwest nach Südost bewegt und sich nach einigen hundert Metern aufgelöst. Aus anderen Teilen der Stadt seien keine vergleichbaren Schäden gemeldet worden. Teile der Container flogen mehrere hundert Meter weit bis auf das Dach eines Kindergartens, neun Autos wurden beschädigt. Auch ein Turmdrehkran stürzte um – er verursachte nach Angaben des Gouverneurs aber keine Opfer.
Unter den Toten sind laut Şahin drei syrische Staatsangehörige und ein Türke. Bei Tagesanbruch suchten Polizei, Feuerwehr und die Katastrophenschutzbehörde AFAD das Gelände erneut ab, fanden aber keine weiteren Opfer.
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Der Eigentümer der Baufirma, der Bauleiter und weitere Verantwortliche werden befragt – im Raum steht die Frage, ob die Unterbringung der Arbeiter in leichten Containern ausreichend sicher war.
Der Wetterdienst hatte für Antalya eine gelbe Warnung vor Starkregen ausgegeben, sie gilt weiter. Dasselbe Unwettersystem setzte in Istanbul Straßen in Pendik und Tuzla unter Wasser; Passanten befreiten dort einen Vater und seine Tochter aus ihrem Auto in einer gefluteten Unterführung. Erst Mitte Oktober waren bei Rekordregen rund um Istanbul acht Menschen ums Leben gekommen.
