Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat am Dienstag in Genf eine Bilanz vorgelegt, die wenig Raum für gute Nachrichten lässt. Ihrem jährlichen Treibhausgas-Bulletin zufolge lag der weltweite CO₂-Gehalt der Luft im Jahr 2025 im Mittel bei 426,8 Teilchen pro Million (ppm). Das sind 153 Prozent des Niveaus von 1750, also vor Beginn der Industrialisierung. Zum Vergleich: Als die WMO 2004 ihren ersten Bericht veröffentlichte, waren es noch 377,5 ppm.
Auch die beiden anderen langlebigen Treibhausgase erreichten Höchstwerte. Methan, das vor allem aus Rinderhaltung, Reisanbau, Mülldeponien und der Förderung fossiler Brennstoffe stammt, kam auf 1948 Teilchen pro Milliarde – mehr als das Zweieinhalbfache des vorindustriellen Werts. Lachgas stieg auf 339,1 ppb.
Immerhin wuchs der CO₂-Wert langsamer als im Vorjahr: um 2,8 ppm statt der außergewöhnlichen 3,5 ppm von 2023 auf 2024. Die WMO-Expertin Oksana Tarasova erklärt das mit der Erholung von Wäldern und Böden nach dem starken El Niño, der zuvor Dürren und Brände begünstigt hatte. Entwarnung gibt sie nicht: Auch 2,8 ppm seien „eine erhebliche Zugabe“ aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Für 2026 erwartet sie einen weiteren Anstieg, zumal sich erneut ein kräftiger El Niño aufbaut.
Vize-Generalsekretärin Ko Barrett brachte es auf eine knappe Formel: „Ein weiteres Jahr, ein weiterer Rekord.“ Die vergangenen elf Jahre seien die wärmsten seit Beginn der Messungen gewesen. Weil Kohlendioxid sehr lange in der Luft bleibt, wirke jeder heutige Ausstoß über Jahrzehnte und Jahrhunderte nach.
Wichtig zum Verständnis: Das Bulletin misst nicht die jährlichen Emissionen, sondern was sich in der Atmosphäre anreichert. Etwa die Hälfte des ausgestoßenen CO₂ schlucken Ozeane und Landökosysteme. Der Bericht dient als Grundlage für die Weltklimakonferenz COP31, die vom 9. bis 20. November im türkischen Antalya stattfindet.
