Was wird aus den Planeten, wenn ihr Stern stirbt? Eine Antwort darauf liefert ein Himmelskörper mit dem sperrigen Namen WD J1328−1450. Der Weiße Zwerg, rund 1600 Lichtjahre entfernt, ist von gleich zwei Ringen aus Gas und Gesteinstrümmern umgeben, getrennt durch eine deutliche Lücke. So etwas hat bisher niemand gesehen. Die Studie eines Teams um Nicola Pietro Gentile Fusillo von der Universität Triest erschien diese Woche in „Nature Astronomy“.

Weiße Zwerge sind die ausgebrannten Kerne sonnenähnlicher Sterne. Bevor es so weit ist, blähen sich die Sterne auf und verschlingen nahe Planeten; was übrig bleibt, kann zerbrechen und eine Scheibe aus Schutt bilden. Alle 21 bisher bekannten Gasscheiben dieser Art zeigen im Spektrum dasselbe Muster mit zwei Spitzen. Die Messungen mit dem Instrument X-Shooter am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile ergaben hier dagegen vier – das Zeichen zweier ineinanderliegender Ringe.

Der innere Ring reicht von etwa 100.000 bis 240.000 Kilometern Abstand zum Stern, der äußere von rund 375.000 bis über 1,3 Millionen Kilometer. Zwischen 2021 und 2023 blieb die Anordnung stabil. Die Forscher vermuten, dass zwei überlebende Körper die Ringe in Form halten: innen vielleicht ein Brocken von wenigen Kilometern, außen womöglich etwas so Großes wie Pluto oder sogar der Erdmond.

Spannend ist auch die Chemie. Calcium, Sauerstoff, Magnesium und Eisen deuten auf felsiges Material wie in unserem Sonnensystem hin. Doch nur im inneren Ring gibt es viel Magnesium. Entweder stammen die Trümmer also von zwei verschiedenen Planeten – oder von Kruste und Kern ein und desselben Körpers.

„Wir können die beiden Körper nicht direkt sehen“, sagt Gentile Fusillo, man erschließe sie aus Form und Zusammensetzung des Gases. Für uns hat das System eine ganz eigene Pointe: Auch die Sonne wird in ferner Zukunft zum Weißen Zwerg – und die Erde dürfte das kaum überstehen.

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