Ein ungewöhnlicher Fluggast hat in Japan für einen ausgefallenen Flug gesorgt. Die Maschine der Regionalgesellschaft Japan Air Commuter, einer Tochter von Japan Airlines, sollte am Montag um 12.50 Uhr von Fukuoka nach Kagoshima starten. Doch bei den Vorbereitungen entdeckte jemand im Cockpit ein kleines Tier.

Einfangen ließ es sich nicht, es verschwand irgendwo im Flugzeug. Weil niemand ausschließen konnte, dass es Kabel anknabbert und damit die Sicherheit gefährdet, strich die Airline den Flug. Die 43 gebuchten Fluggäste bekamen ihr Geld zurück oder Hinweise auf andere Verbindungen.

Erst am Dienstag gegen 13 Uhr war das Rätsel gelöst. Ein Mechaniker hob ein Stück Teppich in der Kabine an und fand darunter eine etwa 40 Zentimeter lange Schlange. Ein Fachmann bestimmte sie als junge Japanische Streifennatter, auf Japanisch Shimahebi, eine weit verbreitete und ungiftige Art. Das Tier wurde gefangen, verletzt wurde niemand.

Wie die Natter an Bord kam, weiß bislang keiner. Vor dem Zwischenfall war die Maschine aus Izumo in der Präfektur Shimane nach Fukuoka geflogen. Die Gesellschaft prüft nun den Zustand des Flugzeugs und ihre Abläufe. Einen solchen Fall habe es bei ihr noch nie gegeben, erklärte das Unternehmen.

Ganz einmalig sind Reptilien an Bord weltweit nicht, meist reisen sie unbemerkt mit Gepäck oder Fracht. Für die kleine Streifennatter endete der Ausflug jedenfalls glimpflich, und die Passagiere haben eine Geschichte, die sie so schnell nicht vergessen dürften.

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