Nach jahrelangem Rechtsstreit darf im britischen Teil der Nordsee wieder ein neues Gasfeld in Betrieb gehen. Die Regulierungsbehörde North Sea Transition Authority erteilte am Mittwoch die Produktionsgenehmigung für das Feld Jackdaw, rund 240 Kilometer östlich von Aberdeen. Zuvor hatte Energieministerin Miatta Fahnbulleh dem Vorhaben zugestimmt. Das erste Gas soll noch bis Ende Oktober in britische Leitungen fließen.

Betreiber ist Adura, ein Gemeinschaftsunternehmen von Shell und dem norwegischen Staatskonzern Equinor. Gefördert wird über die bestehende Plattform Shearwater, von dort geht das Gas weiter zum Terminal St Fergus in Schottland. Laut Regierung steigt die heimische Gasproduktion dadurch in der Spitze um etwa sechs Prozent; das Feld soll bis zu elf Jahre liefern und der Wirtschaft geschätzt 2,9 Milliarden Pfund bringen.

Premierminister Andy Burnham begründete den Schritt mit den Preisschocks infolge des Krieges im Nahen Osten. Gleichzeitig kündigte die Regierung einen Energievermögensfonds an, der mit zunächst zwei Milliarden Pfund aus Öl- und Gassteuern Wind-, Solar- und andere CO₂-arme Projekte finanzieren soll. Billiger wird Heizen in diesem Winter dadurch allerdings nicht, räumte Fahnbulleh ein.

Die ursprüngliche Genehmigung aus dem Jahr 2022 hatte ein Gericht in Edinburgh im Januar 2025 kassiert, weil die Klimafolgen der späteren Verbrennung des Gases nicht geprüft worden waren. Diese Bewertung wurde nun nachgeholt.

Umweltverbände sind empört. Die schottischen Grünen sprechen von „Klima-Vandalismus“, Greenpeace nannte die Entscheidung falsch, Oxfam warf der Regierung vor, ihre Klimaziele zu untergraben. Gewerkschaften und die Wirtschaft in Aberdeen begrüßten dagegen die Klarheit. Offen ist noch das deutlich größere Ölfeld Rosebank westlich der Shetlandinseln.

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