Einst kam aus Dänemark ein Großteil der weltweit gehandelten Nerzfelle. Nun steht fest, dass dieses Kapitel endet. Die Regierung in Kopenhagen verzichtet darauf, bei der EU eine Ausnahmeregelung für die heimischen Züchter zu beantragen. Damit greift das europäische Verbot auch in Dänemark ohne Sonderweg.

Hintergrund ist eine Entscheidung aus Brüssel: 2025 setzte die EU den Amerikanischen Nerz auf ihre Liste invasiver Arten, deren Haltung untersagt wird. Das Verbot tritt am 7. August 2027 in Kraft, danach folgt eine zweijährige Übergangszeit. Spätestens im August 2029 müssen die letzten Farmen schließen. Die frühere Regierung hatte noch eine Sonderregel angestrebt, die im Juni gewählte Koalition hat diesen Plan nun gestoppt.

Naturminister Christian Rabjerg Madsen begründete den Schritt mit dem Tierwohl. Ein Gewerbe dürfe nicht nur deshalb weiterbestehen, weil es lange existiere, sagte er sinngemäß; es müsse auch für Gesellschaft, Wirtschaft und Tiere sinnvoll sein. Abgeordnete der Regierungsparteien sprachen von einem „guten Tag für den Tierschutz“.

Die Branche ist ohnehin nur noch ein Schatten früherer Tage. In der Corona-Pandemie ließ der Staat rund 15 Millionen Tiere töten, nachdem eine mutierte Virusvariante in Farmen aufgetaucht war – eine Anordnung, für die es, wie die Regierung später einräumte, keine Rechtsgrundlage gab. Heute gibt es nur noch sieben Betriebe mit etwa 15.000 Nerzen.

Was die Schließung kosten wird, ist offen. Ein Sprecher einer Koalitionspartei hatte zuvor rund 14 Millionen Kronen genannt, die Summe könnte aber höher ausfallen. Der Verband der Züchter äußerte sich zunächst nicht.

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