Washington zieht Konsequenzen aus der wachsenden Gefahr am Golf. Das US-Außenministerium hat am Mittwoch angeordnet, dass Beschäftigte ohne unverzichtbare Aufgaben und ihre Angehörigen Saudi-Arabien verlassen. Wenige Stunden später schlug am Abend ein Geschoss am King Fahd International Airport im ostsaudischen Dammam ein.
Nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde GACA starben dabei zwei Menschen, ein saudischer Staatsbürger und ein Inder, der im Land lebte. Acht weitere wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Unter den Verwundeten sind Arbeitskräfte aus Indien, dem Jemen, Bangladesch und Nepal. Am Donnerstag meldete die Behörde, der Flugbetrieb laufe wieder normal. Schon zuvor hatte die Luftabwehr nahe dem Ölfeld Schaiba an der Grenze zu den Emiraten eine Drohne abgefangen; dabei kamen nach Angaben des Energieministeriums zwei Menschen ums Leben.
Die Angriffe reihen sich in eine Serie ein. Allein der Hauptstadtflughafen in Riad wurde im Oktober mehrfach getroffen, bei der schwersten Attacke am 10. Oktober kamen zwölf Menschen ums Leben. Hinter der Eskalation steht der wieder aufgeflammte Krieg im Jemen zwischen den vom Iran unterstützten Huthi und der von Riad gestützten Regierung.
Außenamtssprecher Tommy Pigott betonte, die Ausreiseanordnung gelte „nur für Saudi-Arabien“. US-Beamte sagten der Nachrichtenagentur Reuters allerdings, auch aus anderen Golfstaaten sollten Familien von Diplomaten abgezogen werden. Erst in den vergangenen Monaten war ein Teil des Personals in die Region zurückgekehrt.
Während die Amerikaner Personal reduzieren, setzen andere auf demonstrative Nähe. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reiste zu einem Solidaritätsbesuch nach Riad, um Kronprinz Mohammed bin Salman zu treffen. Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi stellte klar, eine mögliche Militärhilfe seines Landes diene allein dem Schutz saudischen Bodens und schließe Angriffe auf den Jemen aus.
Für die vielen ausländischen Arbeitskräfte im Königreich bleibt die Lage unberechenbar. Die indische Botschaft kündigte an, sich um die Familien der Betroffenen zu kümmern.
